Soundkartell präsentiert – Isolation Berlin

Soundkartell präsentiert – Isolation Berlin

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"Vergifte Dich" heißt das neue Album von Isolation Berlin und der Name ist Programm.

Soundkartell-Redakteurin Silke Knauer hat sich die Platte genauer angehört: "Wenn Du mich suchst, Du findest mich am Pfandflaschenautomat. Da hol ich mir zurück, was mir gehört!"
Mit "Serotonin" liefern die vier Berliner einen Einstieg, der den Tonfall des gesamten Albums vorwegnimmt. Sänger und Songwriter Tobias Bamborschke nimmt kein Blatt vor den Mund und macht da weiter, wo die Band 2016 mit Ihrem ersten Album Und aus den Wolken tropft die Zeit aufgehört hat.
Der Name Isolation Berlin musste erst einmal etwas auf mich wirken. Ich habe sofort an Punk gedacht und an laute aggressive Musik, die sich in mein Hirn brennen wird. Durch kluge Sätze und angenehme Melodien, romantisch, dramatisch und ja, hin und wieder aggressiv spielte sich die Band dann aber in mein Herz.

"Wenn ich eins hasse, dann ist das mein Leben! Und wenn ich noch was hass dann ist das mein Zustand! Und wenn ich noch was hass, dann diesen Hass!" Von einer rockigen E-Gitarre getragen lässt Bamborschke tief blicken ohne mich abzuschrecken. Sanfte Klänge einer Akustikgitarre und ruhiger Sprechgesang ("Vergeben heißt nicht vergessen") kontrastieren diese Fatalität an anderer Stelle und halten das Album so in einem inneren Gleichgewicht.

Thematisch insgesamt doch eher düster gehalten, behandelt Vergifte Dich beispielsweise die Welt eines mordenden Psychopaten ("Melchiors Traum") oder die "Antimaterie" im Herzen eines Einsamen und das macht es verdammt gut und irgendwie auch sympathisch:
"Die Leute reden mir zuviel, die Leute sagen mir zu wenig, Die Leute reden mir zuviel, die Leute sagen mir zu wenig, Die Leute reden soviel scheiße, es ist nicht zu glauben, es ist nicht zu fassen, Die Leute reden soviel Blech, mir wird ganz schlecht!"
Nüchtern, exzessiv oder einfach seelenruhig - was die Berliner da gemacht haben, klingt nach genauen Beobachtungen des Lebens. Da passt alles und irgendwie nichts. Die Band und dieses Album verwirren mich. Ich höre es gerne und immer wieder, allein weil ich es verstehen möchte.
"Ich brauche mehr Kicks", singt Bamborschke in der fetten Schlussnummer "Kicks". Vielleicht sollte er sein Album hören, darauf gibt’s nämlich auf jeden Fall genug davon!
Vergifte Mich erschien am 23. Februar 2018.

Isolation Berlin auf Tour:
15.03. Potsdam – Waschhaus
16.03. Hannover – Cafe Glocksee
17.03. Bremen – Tower
21.03. Weinheim – Cafe Central
22.03. Frankfurt – Zoom Club
23.03. Reutlingen – franz.K
24.03. Erfurt - Engelsburg
04.04. A-Wien – Fluc
05.04. A-Salzburg – Rockhouse
06.04. Ingolstadt - KAP94
07.04. Zwickau – Alter Gasometer
11.04. Rostock – Helgas Stadtpalast
12.04. Hamburg – Uebel & Gefährlich
13.04. Köln – Luxor
14.04. Osnabrück - Popsalon OS
18.04. Chemnitz – Atomino
20.04. Augsburg – Musikkantine
21.04. Passau – Zeughaus
25.04. Nürnberg – MUZclub
26.04. CH-Luzern – Sedel
27.04. CH-Bern – Dachstock
28.04. CH-Zürich – Mascotte
29.04. München – Hansa39
30.04. Regensburg – Alte Mälzerei
01.05. Dresden – Groovestation
02.05. Fulda – Kulturkeller
03.05. Essen – Zeche Carl
04.05. Göttingen – Musa
05.05. Münster – Gleis 22
11.05. Leipzig – Naumanns
12.05. Berlin – Astra Kulturhaus
23.05. Düsseldorf – Zakk
24.05. Wiesbaden – Schlachthof
25.05. Lingen – Alter Schlachthof
26.05. Leer – JuZ

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