Mehr als nur "Rock Me Amadeus"

Mehr als nur "Rock Me Amadeus"

Zum 20. Todestag Falcos

Am 6. Februar jährt sich Falcos Todestag zum 20. Mal. Aus diesem Grund ist es mal wieder an der Zeit dem Ausnahme-Wiener – der übrigens mit bürgerlichem Namen Johann Hölzel heißt – und seiner Musik Tribut zu zollen.

Seit ein paar Jahren erlebt Falco das Comeback, das er zu Lebzeiten nicht mehr erreicht hat.
Die Popularität seiner Songs erfahren gerade ein Revival über die Generationen hinweg. Grund dafür ist ein Trend, Musik aus Österreich wieder vermehrt in die Coolness-Ecke zu packen. Noch nie waren deutsche Texte mit österreichischem Akzent gesungen so beliebt wie im Augenblick. Falcos Musik beeinflusst heute noch Bands, wie zum Beispiel Bilderbuch und Wanda. Wenn Bilderbuchs Maurice Ernst in „Feinste Seide“ aus Falcos „Zu viel Hitze“ zitiert, ist die Hommage unüberhörbar.




Falls beim ein oder anderen noch unklar ist, warum Falco bis heute seinen Platz in der Ruhmeshalle einflussreicher Künstler reserviert hat, gibt es hier einen kleinen Erklärungsversuch.
Betrachtet man allein die Musik, fällt auf, dass Falco stets über Genre-Grenzen hinweg experimentiert hat. Da sind Dance-Beats, HipHop-Anleihen, Sprech-Samples und Sound-Collagen genauso zu hören, wie eine klassische Rhythmus-Sektion, die man aus der Funk- und Rockmusik kennt. Der deutschen Sprache verpasste er in der öffentlichen Wahrnehmung einen neuen Anstrich, indem er Sprechgesang mit englischen Phrasenfetzen aufpeppte.

Denglisch machte Falcos Musik über deutschsprachige Grenzen hinaus salonfähig.
Normalerweise sind die Texte international erfolgreicher Songs ja auf Englisch geschrieben. Diese Tatsache dürfte jedem nach einem kurzen In sich gehen klar werden. Dass deutsche Texte nicht gerade für internationales Aufsehen sorgen, ist ebenso Fakt. Ein deutschsprachiger Song, der es über den großen Teich schafft, ist daher die absolute Ausnahme. Falco veröffentlichte 1985 mit „Rock Me Amadeus“ den ersten Nummer 1-Hit eines deutschsprachigen Künstlers in den amerikanischen Billboard-Charts. So beeindruckend es das klingen mag, gibt es einige Songs, die Falco in seiner Karriere veröffentlicht hat.
Die Reduzierung auf seine Hit-Singles („Rock Me Amadeus“, „Vienna Calling“, „Egoist“, „Jeanny“, „Der Kommissar“, „Out of the Dark“) wird Falco allerdings nicht gerecht. Auf den acht Studioalben gibt es einige Songs zu entdecken, die aus heutiger Sicht absolut hörenswert sind. Das Stöbern in einem Plattenladen oder beim Streamingdienst lohnt sich also.

Zum Schluss gibt es noch zwei Hörempfehlungen.
Für diejenigen, die es bisher aus unerfindlichen Gründen geschafft haben, kaum bis gar nicht mit Falcos Musik in Berührung zu kommen, sollte sich Falco III als Einstieg eignen. Nicht zuletzt, da es seinen internationalen Durchbruch markierte und neben drei Hit-Singles auch experimentelle Töne anschlägt.



Data De Groove ist einer der missglückten Comeback-Versuche Falcos. Das Album bekam kaum mediale Aufmerksamkeit und schaffte es noch nicht mal in die deutschen Charts. Dennoch eines der interessantesten Alben für heutige Ohren. Neben der funkig poppigen Atmosphäre ist auch der geringe Bekanntheitsgrad der Scheibe ein guter Grund, sich das ganze einmal zu Gemüte zu führen.


Bildquelle:
flickr | "Junge Roemer" von Achim Hepp | CC BY-SA 2.0

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