Merkwürdige Awards

Merkwürdige Awards

Nicht alles was glänzt ist gold

Dass du in deinem Leben wirklich noch nichts erreicht hast merkst du erst sobald du weißt, für welchen Schmarrn man teilweise schon ausgezeichnet wird - andere Awards wiederum will man gar nicht haben, die würden zum Beispiel im Falle des Darwin Awards einen besonders bescheuerten Todesfall als Grund haben.

Darwin Award
1859 hat Charles Darwin seine Evolutionstheorie veröffentlicht, die besagt, dass der Stärkere einer Spezies siegen, überleben und sich fortpflanzen wird. Der sarkastische Darwin Award beschäftigt sich daher mit denjenigen, die sich definitiv nicht durchsetzen werden, da sie auf besonders bescheuerte Art zu Tode gekommen sind. Es ist natürlich immer tragisch, wenn jemand stirbt. Keine Frage. Aber die eine oder andere Nominierung für den Darwin Award jagt einem doch ein mit schlechtem Gewissen verseuchtes Grinsen übers Gesicht.
Zum Beispiel der Terrorist, der seine Briefbombe mit zu wenig Porto versah, weshalb der Brief zu ihm zurückkam. „Oh, ich hab‘ Post“ könnte das Letzte gewesen sein, was er sagte, als er die Briefbombe öffnete. Oder Anwalt, der wissen wollte, ob seine Fensterfront im 24. Stock eines Hochhauses stabil genug wäre. Weshalb er sich dagegen warf, um genau das zu testen. Ähm…ja. Ach, eines noch, die „Gewinner“ des Darwin Awards sind größtenteils männlich.

Bad Sex in Fiction Award
Der "Bad Sex in Fiction Award" wird jährlich von der britischen Zeitschrift Literary Review für die schlechteste Sexszene in einem zeitgenössischen Roman vergeben. Nominiert werden seit knapp 25 Jahren besonders „armselig geschriebene, geschmacklose und übertrieben ausschweifende Beschreibungen von Sex-Szenen“. Und davon gibt es viele. In der Vergangenheit wurden beispielsweise auch schon renommierte Autoren wie Murakami oder Ex-Frontmann von The Smith und Weltverbesserer Morrissey für eine besonders schlecht geschriebene Sexszene nominiert. Letzterer hat den Award 2015 sogar gewonnen und durfte als Preis eine „hübsche, moderne, semiabstrakte Skulptur, die Sex vage andeutet“ mit nach Hause nehmen.

Der Stinkschuh-Award
Begonnen hatte dieser Award in den 70ern in den USA als Promo-Aktion für eine neue Sportschuh-Kollektion. Daraus entwickelte sich der Rotten Sneaker Contest, bei dem die Turnschuhe prämiert werden, bei denen der Verwesungsprozess am weitesten fortgeschritten ist, und die demnach auch entsprechend riechen. Teilnehmen dürfen nur Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren. Die Motivation dürfte wohl eher am Preisgeld von 2500 Dollar liegen, das dem Gewinner zusteht, als an einem beeindruckenden Titel im Lebenslauf.

Der Krawattenmann des Jahres
Die Krawatte darf niemals aus der Mode kommen! Damit dies auf gar keinen Fall und niemals passieren wird, werden seit…. Männer aus dem öffentlichen Leben ausgezeichnet, die die Krawatte besonders stilvoll in Szene gesetzt haben. Zu den Preisgekrönten gehörten in der Vergangenheit schon Willy Brandt, Hape Kerkeling, Manuel Neuer, Tom Schilling oder Jan Delay. Krawattenmann des Jahres 2017 war übrigens Jan Josef Liefers.

Die Saure Gurke
Seit 1980 werden in Deutschland im Rahmen des Medienfrauentreffens jedes Jahr besonders frauenverachtende TV-Szenen mit der Sauren Gurke ausgezeichnet. Im letzten Jahr wurde der Journalist und Fernsehmoderator Claus Kleber für ein kritisches Interview mit Maria Furtwängler, in dem es um die Frauenquote in Filmen ging, mit der Sauren Gurke ausgezeichnet. Dieser hat den Preis jedoch nicht angenommen. Nominiert werden übrigens ausschließlich Szenen aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.


The Foot In Mouth Award
Mir dieser Anerkennung zeichnen die Briten besonders verblüffende Kommentare öffentlicher Personen aus. Und das nicht im positiven. 2015 gewann Trump. Man könnte sicherlich viele seiner Aussagen als verblüffend bezeichnen, aber als er verallgemeinert mexikanische Einwanderer als vergewaltigende und kriminelle Personen abstempelt, war im der Award sicher. "They're bringing drugs. They're bringing crime. They're rapists. And some, I assume, are good people." Plain English Campaign verleiht die Auszeichnung und meinte dazu, Trump sei mit seinen Aussagen unerreicht an der Spitze. Besonders bescheuert fanden wir auch noch den Kommentar über John McCain: He’s not a war hero. He was a war hero because he was captured. I like people who weren’t captured." Den Award hat er sich also ehrlich verdient.

Weird-Ass Picture Book Awards
Es gibt Kinderbücher, bei denen man sich als vermeintlich Erwachsener einfach nur denkt „Hä was ist das denn?“ Genau diese ehrt der Weird-Ass Picture Book Award. Je seltsamer desto besser. Um zu gewinnen braucht man lediglich eine außergewöhnlich merkwürdige Geschichte und dazu eine verrückte Bildillustration. Wie zum Beispiel Cowboy und Oktopus von Jon Scieszka. In kleinen Mini-Geschichten wird hier ziemlich humorvoll über eine ungewöhnliche Freundschaft berichtet, die alles andere als normal ist. Aber was ist schon normal? Der Junge mit den zwei Bauchnabeln auch eher weniger.

kinderbücher
Bildquellen von links: 1) Lane Smith und 2) Christoph Niemann


Ig Nobel
Kann eine Katze sowohl fest, als auch flüssig sein, schnarcht man weniger, wenn man Didgeridoo hört und warum sind die Ohren von alten Männern so groß? Mega Fragen! Völlig verdient also, dass die Antworten darauf mit einem Preis ausgezeichnet werden. Der Ig-Nobelpreis ist quasi der Anti-Nobelpreis und wird jedes Jahr für Forschungsarbeiten jenseits des wissenschaftlichen Mainstreams vergeben. Genau unser Ding also. Der Preis soll allerdings nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken anregen.
In fast allen Kategorien wird wunderbar anders geforscht. Im Bereich Biologie gab es beispielsweise einen Preis für den Nachweis eines weiblichen Penisses und einer männlichen Vagina bei Höhleninsekten. Ein Team aus Spanien wiederum hat den IG-Award für den Nachweis bekommen, dass ein ungeborenes Kind stärker auf Musik reagiert, wenn sich der Lautsprecher im Geschlechtsteil der Mutter befindet, als wenn er auf dem Bauch liegt. Aha mhm. Super! Wahnsinnig beliebt ist der Ig-Award unter Forschern allerdings auch wegen des hohen Preisgeldes: Eine Zehn-Billionen-Dollar-Note aus Simbabwe wird den Siegern überreicht.


Goldener Aluhut
Eine Berliner Initiative hat 2015 erstmals den Goldenen Aluhut verliehen - für besonders wirre Vertreter und Profiteure von Verschwörungstheorien und Pseudo-Wissenschaft. Der Name des Preises kommt aus einer Science-Fiction-Geschichte The Tissue-Culture King und stellt eine verblüffende Erfindung vor, nämlich eine Kopfbedeckung aus Metallfolie. Diese soll laut dem Autor vor schädlicher Telepathie schützen. Besser ihr holt euch auch einen.  
Aber der Award hat dient nicht nur zur Belustigung, denn Verschwörungstheorien, sagt Organisatorin Silberberger in einer Programmpause, seien längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Vor allem durch die sozialen Netzwerke. Der Award solle ein Zeichen dagegen setzen.


Bildquelle: Unsplash | Jason Leung | cc by 2.0

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