Unsere Lieblings-Musiker-Autobiografien

Unsere Lieblings-Musiker-Autobiografien

Tauscht mal Smartphone gegen Buch aus!

Von Patti Smith, Anthony Kiedis über Pete Townshend und Flake, dem "Tastenficker" - das hier sind (unserer Meinung nach) besonders gelungene Musikerbiographien.

Anthony Kiedis: Scar Tissue

Gleich vorweg: dieses Buch liefert leider keine Tipps darüber, wie man auch mit mittlerweile über 50 Jahren oben ohne noch eine Figur macht. Schade eigentlich. Der Frontmann der Red Hot Chili Peppers erzählt von seiner Jugend im sonneverbruzzelten Kalifornien, der Stadt der Engel, von viel zu frühen Drogenexperimenten, unzähligen Liebschaften und wie aus seiner anfänglichen Spaß-Musik-Truppe eine der größten Bands der Welt wurde. Besonders spannend: Lebhafte Schilderungen von frühen Begegnungen mit Legenden wie Pearl Jam, Nirvana und Nina Hagen. Als Fan der Chili Peppers ein Muss, aber auch als Freund der 90er Grunge/Rock/Alternative Bewegung definitiv keine vergeudete Zeit.

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Patti Smith: Just Kids

Wer die letzte Seite des Buches von Patti Smith erreicht, der wird sich vielleicht Fragen: "Wie konnte sie alle diese Menschen überleben?" Im Laufe einer der wohl längsten und spannendsten Künstlerkarrieren kreuzt sie die Wege mit Janis Joplin, Jimi Hendrix, Andy Warhol und Jim Morrison. Was sich anhört wie die Auflistung kitschiger Motive auf billigen Bong-Feuerzeugen am Esoterik-Stand des Stadtfestes, waren tatsächlich mal durch New York strahlende Menschen und auch Freunde Pattis. Ihrem langjährigen Partner, dem "Just Kids" eigentlich gewidmet ist, sollte ebenfalls kein langes Leben zuteil werden: Fotograf Robert Mapplethorpe starb 89' an den Folgen von Aids.

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Lemmy Kilmister: Lemmy - White Line Fever

Wusstet ihr, dass es einen Asteroiden, einen Super Mario Endgegner und einen ausgestorbenen Wurm gibt, die alle nach dem Gründer von Motörhead benannt sind? Wir auch nicht, war vielleicht auch besser so. Die wirklich interessanten Geschichten rund um den einzig wahren Lemmy Kilmister liefert seine Autobiographie, die er zusammen mit Janiss Garza zwei Jahre vor seinem Tod geschrieben hat. Roadie bei Jimi Hendrix, Bandmitglied bei Hawkwind und schlussendlich Gründer von Motörhead, sowie Produzent von Ozzy Osbourne und den Ramones: Keine Ahnung, wie das alles in ein Buch passen soll, aber anscheinend hat es geklappt.

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Flake: Der Tastenficker

Auch wenn es dieses Buch in unsere Liste der Musikerbiografien geschafft hat, lässt es die Band Rammstein, in der Flake seit Beginn Keyboard spielt, dann doch auch wieder geschickt aus. Es geht inhaltlich vielmehr um das Heranwachsen eines außergewöhnlichen Künstlers im Osten der Republik, der es aus seiner Sicht zufällig irgendwie zu Weltruhm brachte. Und der dabei absolut auf dem Teppich geblieben ist.

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Andreas Dorau: Ärger mit der Unsterblichkeit

Wenn Sven Regner deine Biographie schreibt, scheinst du schon mal nicht alles falsch gemacht zu haben in deinem Leben. Genau genommen hat Andreas Doraus ziemlich viel richtig gemacht. Schon mit 15 Jahren schrieb er im Rahmen eines Schulworkshops sein erstes Lied. Ohne die Zustimmung seines Lehrers schickte er "Fred vom Jupiter" an das Label Atatak und prompt wurde es zu einem Independent-Hit in der Neuen Deutschen Welle. In "Ärger mit der Unsterblichkeit" redet er mit Sven Regner über das Glück bzw. Pech mit 15 seinen größten Hit zu schreiben und seinen HFF-Abschlussfilm, in dem Menschen von ihren Haustieren besiegt werden.

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Kim Gordon: Girl in a Band

Kim Gordon, ihres Zeichens Sängerin und Bassistin der mittlerweile aufgelösten Band Sonic Youth verarbeitet in diesem Buch unter anderem die Trennung von ihrem Langzeit-Ehemann und Bandmitglied Thurston Moore.

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Bernard Sumner: New Order, Joy Division und ich: Die Autobiografie

Mit Joy Division hat er mit nur zwei Alben maßgeblich Genres wie Postpunk, New Wave und Gothic geprägt , in seiner Biographie gesteht Bernard Sumner, dass er seine Musik aus dieser Zeit heute nur noch ungern hört. Lange Zeit haben Bernard Sumner und New Order den Kontakt zur Presse gescheut und wenig Einblicke ihr Schaffen gewährt, erst mit dem Release ihres bislang letzten Studioalbums hat sich das geändert. In "New Order, Joy Division und Ich" rekapituliert der Brite seine schwierige Kindheit im Norden Englands, die Zeit mit Joy Division und die musikalische Entwicklung von New Order.

Leonard Cohen: I'm your man. Das Leben des Leonard Cohen

Geschichten gibt es viele über Leonard Cohen, deshalb auch recht viele Biographien über den begnadeten Songwriter und Poeten, der 2016 kurz nach Release seines letzten Albums You Want It Darker verstarb. Besonders schön geworden ist das Schreibwerk von Sylvie Simmons: Lesbar wie ein Roman, aufs Beste erforscht, detailverliebte Erzählungen sowohl als Kind als auch als Erwachsener.

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Pete Townshend: Who I Am

Dieser Mann hat als Gitarrist der Band The Who einiges erlebt und dies auf charmante Art und Weise niedergeschrieben. Mit viel Selbstreflektion und Selbstironie kann man davon ausgehen, dass Pete Townshend auch über sich selbst lachen kann.

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Nick Mason: Inside Out

Jeden der dachte Pink Floyd wären von einem anderen Stern und durchweg unantastbar, der wird von Nick Masons trockenem Humor wieder zurück auf den Boden geholt. Der Schlagzeuger und das Gründungsmitglied der ästhetisch versiertesten Rock-Band aller Zeiten erzählt offen und voller Selbstironie die Geschichte rund um Pink Floyd.

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Morrissey: Autobiography

"Gutes Buch vom bösen Onkel Morrissey", so titelte ein großes deutsches Online Portal zur Veröffentlichung von "Autobiography". Tatsächlich gehört dieses Buch zu den erfreulicheren Sachen, die der Brite in letzter Zeit so vollbrachte. Wunderschön schnörkelig, niemals kitschig und doch immer gut verständlich bekommen wir erstmals tiefere Einblicke in den Kopf des störrischen alten Mannes. Ja, er schreibt auch erstmalig wirklich offen über seine Liebesbeziehungen - spannend.

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Prince: Die BiographieEine Woche nach Prince Rogers Nelsons erstem Todestag erschien seine umfassende Biographie, geschrieben vom renommierten britischen Kritiker Matt Thorne, basierend auf zahllosen Interviews und langjähriger Recherche, auch auf deutsch. Es ist eine Lobeshymne auf das unerreichte Lebenswerk des musikalischen Genies und die bis heute ungeklärten Mysterien rund um die Person Prince.

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Bildquelle: Unsplash | Annie Spratt | cc by 2.0

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