Das Museum für ein "Recht auf Remix"

Das Museum für ein "Recht auf Remix"

Generation Remix

Ob der Download des Tages, der Mixtape Mittwoch oder sogar Titel in unserem Programm: Remixe sind Teil unseres Alltags geworden. Im Remix.Museum der Digitalen Gesellschaft e.V. befasst man sich genau mit diesem Phänomen.


Mit dem Urheberrecht und dem Internet ist das ja so eine Sache. Auf allen Social Networks fordern uns "Share"-, "Retweet"- und "Pin"-Buttons zum grenzenlosen Teilen auf. Bilder, die uns gefallen, sollen wir unseren Freunden zeigen. Musik, Filme, Texte. Nur wenn wir es tun, wandern wir rechtlich auf einem sehr dünnen Fädchen. Der Grundgedanke des Internets - alles allen zugänglich zu machen - beißt sich nunmal mit den Überzeugungen der Urheberrechts-Kämpfer. Und so wurden in den vergangenen Jahren Ängste geschürt (du wirst sofort abgemahnt/gerichtlich vorgeladen/musst tausende Euros Strafe zahlen) und Verwirrung gestiftet, bis sich keiner mehr auskannte. Ihr habt ein Lied geteilt? Ein Bild nachbearbeitet und gepostet? Und verdient am Ende auch noch Geld damit? Weil ihr zum Beispiel auf eurem Blog Werbung zulasst? Dann dauert es sicher nicht lange, bis die erste Abmahnung ins Haus trudelt.

Ähnlich verhält es sich mit Remixen. Hier werden Originale als Grundlage genommen und dann verändert. Altes in einer neuen Form - eigentlich ja eine schöne Sache, denn so verlieren wir auch nach Jahren nicht die Freude an den Melodien unserer Lieblingskünstler. Dennoch: Der Widerstand gegen solche Abänderungen bestehender Werke ist groß. Denn was ist mit dem Urheber? Bekommt er etwas aus dem Erlös?

Dass Remixe viel mehr sind als nur Diebstahl von geistigem Eigentum, versucht man jetzt im Berliner Remix.Museum richtig zu stellen. Hier geht es vor allem um die Fragestellung, ob unser altes (analoges) Urheberrecht auch in der digitalen Welt noch Bestand hat. Nur wie bringt man solch eine Fragestellung ins Museum?

Indem man ein digitales Museum errichtet. Auf der Homepage des Remix.Museums könnt ihr durch digitale Ausstellungsräume wandern. In Raum 1 geht es - na klar - um Musik. Aber auch "Visuelle Medienkultur" und "Crossover"-Bereiche werden thematisiert.

Die Initiative, die dieses Museum gegründet hat, nennt sich "Recht auf Remix". Das bedeutet in diesem Fall aber nicht, dass alle bestehenden Grenzen aufgehoben und dem digitalen Diebstahl Tor und Tür geöffnet werden sollen - im Gegenteil. Im Interview erklärt uns der Initiator Leonhard Dobusch: "Wenn ein anderer mit dem Remix Geld verdient, dann muss der originale Künstler natürlich in irgendeiner Form daran beteiligt werden. [...] Im Idealfall ist es so, dass gerade die Werke, die geremixt werden, dass da die Originale besonders davon profitieren, weil die Musikhörenden dadruch erst auf die Originale aufmerksam werden. Das beste Beispiel dafür ist Eminem, der damals die völlig unbekannte Sängerin Dido gesampelt hat, und erst durch "Stan", durch das Sampling, wurde Dido selbst zum Superstar."

Dobusch geht sogar noch einen Schritt weiter: "Die Kunstwerke, die am allermeisten geremixt, gemash-upt und im Internet rumgeschickt werden, sind die teuersten Kunstwerke der Welt. Allein die Mona Lisa - die wird nicht weniger Wert, im Gegenteil. Das sind die Werke die durch die Remixe sogar an Wert gewinnen."

Mit diesem Standpunkt wirft Dobusch eine gewagte These in den Ring, die vor allem von Künstler-/Urheberseite umstritten sein dürfte. Eine finale Lösung, wie in Zukunft mit einem Urheber-Recht im Internet umzugehen ist, scheint somit noch nicht in Aussicht zu sein.

Hier könnt ihr das Interview mit Leonhard Dobusch nachhören:




Bildquelle:
Recht auf Remix | Facebook

Design ❤ Agentur zwetschke