Weg vom Smartphone

Weg vom Smartphone

Sechs mehr oder weniger nützliche Tipps um loszukommen

Lass dich nicht mehr von dem Gerät, was dir eigentlich dienen soll, unterjochen. Wir haben ein paar Tipps gegen übermäßige Smartphone Nutzung gesammelt.

Die Technik, die da so in den neuen Smartphones steckt ist doch mal der Wahnsinn, oder? Zwölf Megapixel Kameras schaffen 4k Videoaufzeichnungen und die Mikrofone liefern nahezu schon Studioqualität – nie zuvor konnte man so schöne Konzertmitschnitte machen wie heute. Ja, doch eigentlich schon, denn weißt du, was sogar noch mehr als zwölf Megapixel bietet? Diese zwei glubschigen, runden Dinger, die links und rechts deines Riechknochens leicht vertieft im Schädel sitzen. Ja, richtig: Augen. Diese Dinger von denen dein Arzt sagt, du sollst sie von spitzen Dingen entfernt halten.

Weißt du auch, was sich noch viel besser anhört, als übersteuerter Soundmatsch aus den winzigen Handylautsprechern? Wenn man die Ohren auf Konzerten direkt benutzt und nicht den Umweg von analog auf digital und wieder analog geht. Leute, die Hardware, die ihr braucht um ein Konzert zu genießen, bringt ihr schon mit! Sie ist bereits in euren Körper integriert und nicht in einer kleinen, nach Kindertränen riechenden Ansammlung seltener Erden.

Das weiß auch Jack White, darum verbietet er auf seiner kommenden Tour die Nutzung von Smartphones, somit will er eine „100% Human Experience" für seine Gäste schaffen.

Aber wir lieben ja auch alle unsere Smartphones und all die Bequemlichkeiten, die sich mit sich bringen: Tindern, mit zwei Klicks Essen bestellen, Mensch stalken, ordentlich auf Candy Crush rasieren und die Frontkamera als Spiegel missbrauchen. Das sind die guten Seiten, keine Frage, doch so langsam fragt man sich auch ob die Vorteile noch überwiegen, stellt man sie den dunklen Seiten gegenüber. Die sorgsam vom Heilpraktiker des Vertrauens wieder in Form gebrachte Wirbelsäule zum Beispiel, wird wohl durch die Ich-starre-auf-mein-Handy-Position am meisten ans Bein gepisst. Wer weiß, werden wir in Zukunft überhaupt noch einen Hals besitzen? Oder werden wir wie ein Hausschwein gar nicht mehr anatomisch in der Lage sein, in den Himmel zu schauen?



Zu Sozial-Autisten haben uns iPhone und Co. doch eh schon gemacht, kennt ihr diese Spiel wo man alle Handys beim einem Treffen auf einen Haufen legen muss und der erste, der zum Stapel greift muss die Rechnung bezahlen? Es scheint, als habe die Technik es fertig gebracht, uns innerhalb kürzester Zeit vergessen lassen wie, man ordentlich mit seinem Umfeld kommuniziert, so ganz Old School face-to-face. Das ist noch nicht alles: Smartphones versuchen uns auch noch ständig zu bevormunden: "Mach jetzt Sport, ernähre dich so und so, ruf da an, ruf hier an, gehe jetzt ins Bett, schlafe mindestens so und so viele Stunden, habe jetzt Sex für den ultimativen Eisprung" - und so weiter.

Trotzdem können wir nicht ohne unsere Smartphones und wir verteidigen sie, man mag fast von einem Stockholm Syndrom sprechen. Zeit also zu handeln. Der erste Schritt zur Besserung ist die Einsicht: Das Smartphone hat uns mehr Griff, als wir es im Griff haben. Nächster Schritt: Maßnahmen.

Wir haben hier mal ein paar Ideen dazu gesammelt
Downgrade dein Smartphone
Hol dir ein stark veraltetes Modell, das so langsam ist und dem so viele Funktionen fehlen, dass du von selber kein Bock mehr drauf hast.

Ziehe in eine Wohnung mit madigem Empfang und ohne WLAN
Ohne Internet ist ein Smartphone quasi nichts wert, dass ist bekannt und was willst du schon mit einem wertlosen Handy?

Lass deinen Bildschirm nur noch Grautöne anzeigen
Schlaue Menschen meinen nun rausgefunden zu haben, dass dir das hilft deinen Konsum runter zu fahren. Hier gibt's 'ne Anleitung, wie du sowas anstellen kannst. Wir haben's selber probiert, Fazit: Genau so viel am Handy gehangen und noch schlechter als sonst drauf, da alles grau. Vielleicht funktioniert es ja aber bei dir.

Handy mal bewusst liegen lassen
Du gehst nachher zwei Stunden einkaufen? Lass es mit Absicht zu Hause liegen. Nachher im Fitti den Lauchkörper in Form bringen? Lass es zu Hause. Nachher im Apple Store dein Bildschirm austauschen lassen? Lass es... ähm nee.

Sich krass unbeliebt machen
Wer keine Freunde hat, muss auch nicht ihre lästigen Nachrichten beantworten und ihre einfallslosen Instagram-Posts herzen, hat also auch weniger Gründe sein Smartphone zu nutzen.

Handy in 'ne Box sperren
Handy reinpacken, Timer stellen und dann panisch warten, bis man wieder ran kommt.


Also dann: Viel Erfolg!


Bildquelle: Unsplash | Jacob Ufkes | cc by 2.0

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