Alternative Musik aus Südkorea

Alternative Musik aus Südkorea

Weltbekannt in Südkorea

Dieser Artikel ist für dich, wenn du bei K-Pop lediglich an überproduzierte Boygroups oder Musiker*innen in Animé-Kostümen denkst. Wir zeigen dir nämlich die alternative Seite von diesem exotischen Genre.

Man müsste sieben Zeitzonen und circa 8.500 Kilometer überqueren, um zum Ursprungsland des K-Pops zu kommen. Wir entführen zumindest mal kurz deine Öhrchen...


Die Geschichte koreanischer Musik ist mindestens so lang, wie die von Korea selbst. Also konzentrieren wir uns mal nur auf modernen K-Pop, der seine Anfänge in den 90ern in Südkorea feierte. Die Inspiration dazu kam natürlich vor allem von der amerikanischen Musikbranche, sowie Europop und R&B. Aber immer noch mit tiefen Wurzeln in der klassischen, koreanischen Musik.

Diese Mischung hat sich richtig bewährt und so wurde K-Pop zu einem der wichtigsten Exportgüter des Landes. Das geht so weit, dass ein Album der Boyband BTS letztes Jahr zum ersten Mal in der Geschichte des Genres die #01 der amerikanischen Billboard Charts wurde. Das ist auch größtenteils den sehr engagierten Fans zu verdanken.
Jetzt kann diese scheinbar weltbekannte Band BTS den weiteren Meilenstein feiern: Mit dem Album Love Yourself: Tear sind sie nun sogar für einen Grammy in der Kategorie, "Best Recording Package" nominiert. Dabei müssen sich die Koreaner gegen St. Vincent, Mitski, Foyhole und The Chairman durchsetzen. Im Rahmen der Grammy-Verleihung soll die siebenköpfige Band sogar auftreten...


Auch wenn unter K-Pop man vor allem Bands wie BTS, 2NE1, Bigbang oder Girls' Generation versteht, ist es ein Sammelbegriff für die ganze populäre Musik Südkoreas. Und die hat noch viel, viel mehr zu bieten als Songs, die einem gefühlt klangliche Zuckerwatten-Flummis mit Lasern um die Ohren hauen.

Wir stellen mal ein paar Künstler vor die sogar richtig egotauglich sind...


Say Sue Me

Die erste Band erinnert uns im ersten Moment total an fazerdaze. Say Sue Me ist eine der wenigen südkoreanischen Bands, die sich dem Surf-Garage-Sound verschrieben haben. Die meisten Songs des Quartetts sind meist auf Englisch, hin und wieder hauen sie dann aber doch auch einen auf der Muttersprache raus - und die Kombi ist wirklich irre, irre gut. Die Mischung bewährt sich auch im Ausland und würde auch im egoFM Programm nicht krass als totaler Exot auffallen.

Zion.T

Schwüler Sommerabend - das wäre doch auch mal ein gutes Genre. Oder eine Compilation CD, auf der Zion.T definitiv einen wohlverdienten Platz haben müsste. Soulig geht's bei ihm zu, der Sound ist aber vor allem auch vom amerikanischen R&B inspiriert.

EPIK HIGH

Sogar bei HipHop ist es (fürs Feeling) nicht immer wichtig, den Text zu verstehen. Es ist vor allem wichtig, dass es mit Herz produziert wurde. Und das ist bei EPIK HIGH irgendwie so. Bei "Born Hater" verarbeitet die Band ihre Erlebnisse mit - jetzt rate mal ganz fest - Hatern. Mit denen hatte die Band die Jahre vor der Single viel zu kämpfen - so sehr, dass eine Produktionspause eingelegt werden musste. Diese beschuldigten einen der Mitglieder, die Studienzeit gar nicht vollbracht zu haben. Wäre ja auch end schlimm... Als Antwort kommt das starke "Born Hater".

Yaeji

Auch wenn Yaeji mittlerweile in Brooklyn basiert ist, sind die Anspielungen auf koreanische Kultur in ihrer Musik groß. Vor allem ist ein Teil der Lyrics in ihrer Muttersprache, ganz leicht gesungen. Das alles auf einen süchtig machenden, modernen House Beat gelegt.

SunWoo Jung-A

Auch wenn sie nicht wie der Mainstream K-Pop klingt, ist diese Musikerin in der Szene sehr geschätzt. Ihre Alben werden regelmäßig zu den besten des Jahres gekürt und überhaupt gilt SunWoo Jung-A als einflussreichste Musikerin Südkoreas gehandelt. Mit ihrer überaus vielfältigen Stimme bereichert sie die alternativen Äste des K-Pops und ist eigentlich ein Muss für alle Musikentdecker*innen.

Neon Bunny

Die Band wurde vor allem von den Underground-Szenen im Westen inspiriert und machte den Klang Korea-tauglich. Wir fühlen uns dabei, als ob wir mitten in Seouls Neon-Nachtszene wären.

The Solutions

Es ist als ob jemand Brit-Pop eingepackt und nach Korea verschickt hätte. Dort wurde er dann mit glanzvoller, typisch asiatischer Produktion versehen und tadaaa – The Solutions.

Trampauline

Zuerst startete es als eine Ein-Frau-Synth-Pop-Band, bis es zum Trio von drei wunderbar talentierten Frauen mutierte. Vor allem stehen hier Stimme und analoge Beats im Fokus, die einen herrlich zum Abträumen bringen.

CIFIKA

Etwas in Richtung von Fever Ray, Arca oder auch Flume. CIFIKA macht Musik, die die Zukunft von koreanischem Indie andeutet. Dabei sollte es eigentlich gar nicht Musik werden, sondern Grafikdesign - weil letzteres aber irgendwie nichts wurde, griff CIFIKA wieder zu den Büchern und brachte sich Musiktheorie selbst bei. Der nächste Griff ging zum simplem Casio Keyboard, auf denen die ersten Songs entstanden. Und jetzt ist sie die koreanische Musikerin mit der längsten US-Tournee. So schnell kann es gehen.



Playlist: Alternative Musiker aus Südkorea


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