Amanda Palmer zu Gast bei Lola

Amanda Palmer zu Gast bei Lola

Das Interview zum Nachhören

Amanda Palmer ist nicht nur eine großartige Frau und Musikerin, sie weiß auch, wie man Jiu Jitsu in sozialen Netzwerken anwendet...

Um mit dieser Frau nur annähernd mithalten zu können, muss man früh aufstehen - und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Amanda Palmer war nach ihrem Konzert in München schon sehr früh wieder im Modus und hat mit unserer Lola in der Morgenröte über die Crowdfunding-Kampagne für ihr aktuelles Album gequatscht und darüber, was es bedeutet, als Frau und Feministin Teil der Musikindustrie zu sein.


Eine Frau gegen die Musikindustrie

Unterrepräsentation bei Festival-Line-Ups, geringere Bezahlung und sexistische Machtspiele von Labelchefs. Die Benachteiligung von Frauen im Musikbusiness wird gerade so heiß diskutiert wie nie. Da braucht es starke Frauen wie Amanda Palmer, die in all dem Geschrei nach konkreten Lösungsansätzen sucht.

Von den Fans, für die Fans

So hat sich die ehemalige Sängerin der Dresden Dolls mittlerweile zum zweiten Mal bei der Produktion eines Albums für Crowdfunding entschieden, aus einem einfachen Grund - nämlich neue Aufnahmen nicht wie sonst üblich zu einem Label bringen und hoffen zu müssen, dass es ohne Änderungswünsche akzeptiert wird. Aufnahmen, Produktion und Release ihres aktuellen Album There Will Be No Intermission hat sie deswegen lieber alleine und mit der Unterstützung ihrer Fans gestemmt.
"Es hat mir eine große Sicherheit gegeben, zu wissen, dass so viele Menschen hören wollen, was ich sagen will. Besonders als Feministin - besonders als eine Frau, die gegen so viel Schwachsinn in der Musikindustrie ankämpfen musste, kann ich es nicht in Worte fassen, was das für eine Erleichterung ist, nicht jeden Tag das System bekämpfen zu müssen." - Amanda Palmer



Hart, aber heilend

Abtreibung, Krebs oder die dunklen Seiten des Elternseins - Amanda Palmer hat noch nie vor ernsten, dunklen Themen zurückgeschreckt. Klar, will sie ihre eigenen Geschichten erzählen und Probleme verarbeiten. Genauso wichtig ist es für die Sängerin aber, anderen Menschen mit ihren Texten zu helfen. Sie weiß, dass viel zu viele Leute das Gleiche durchmachen wie sie und nicht die Chance dazu haben, die Erlebnisse richtig zu verarbeiten. Ein Amanda Palmer-Konzert, sagt sie, ist ein Zufluchtsort, der Empathie spendet. Für Amanda ist das die logische Dienstleistung einer Künstlerin an ihre Fans.

Kontroverse Texte, kontroverse Diskussionen

Vor allem auf Social Media werden die Inhalte von Amandas Texten und ihre Aussagen thematisiert. Mit diesem Gegenwind umzugehen, kann nicht jeder. Amanda Palmer hat dafür ihre ganz eigene Herangehensweise entwickelt:
"Es ist wie eine Art Kampfsport, bei dem ich Mitgefühl und Jiu Jitsu anwende, um die Situation und mich selbst zu vermenschlichen."

Auf Twitter und Co. erwarten die meisten Shitstorms und harten Schlagabtausch, aber Amanda öffnet sich im Angesicht von Hasskommentaren einfach noch mehr und bringt damit jeden Troll zum Schweigen. Für sie funktioniert's.


Das ganze Interview mit Amanda Palmer kannst du hier noch einmal anhören:
  • Amanda Palmer zu Gast bei Lola
    Das Interview zum Nachhören

Design ❤ Agentur zwetschke