Amy Winehouse Hologramm geht auf Tour

Amy Winehouse Hologramm geht auf Tour

... und sie ist nicht die Einzige

Amy Winehouse ist zwar seit über sieben Jahren tot, was sie aber nicht davon abhält, als Hologramm eine neue Welttournee zu starten. Und weitere Künstler ziehen nach.


Klingt ein bisschen pervers?

Ist aber nicht das erste Mal, dass ein verstorbener Sänger durch ein Hologramm ersetzt wird:

Auch Freddie Mercury, Michael Jackson, Whitney Houston oder Rapper Tupac Shakur standen bereits von den Toten als Hologramm auf. Zumindest für ein paar wenige Auftritte.



Die Hologramme dieser Künstler waren jedoch erst der Anfang.

Nachdem uns die Industrie einen Vorgeschmack von digitalen Konzerten gegeben hat und der Erfolg groß war, wird klar: Die Technologie der Star-Hologramme soll ein großes Geschäft werden.

Nachlassverwalter und Erben verstorbener Künstler müssen natürlich erst einmal mitspielen und zustimmen. Aber gerade bei ihnen ist das finanzielle Interesse groß. Wie man bei Tupac gesehen hat, stiegen die Verkäufe seiner Musik nach dem beliebten Holo-Konzert extrem an. Und das kurbelt natürlich auch schnell das Interesse an technischer Weiterentwicklung und der Umsetzung der Hologramme an.



Auch Amys Hinterbliebene sind begeistert...

Seit ihrem Tod 2011 hat sich ihr Vater Mitch stark dafür eingesetzt, die Erinnerung an die Sängerin hochzuhalten und ihr Erbe angemessen zu verwalten. In einem Interview bestätigt er, dass mit dieser Tournee ein Traum für ihn in Erfüllung geht:
"This is a dream for us, to see her perform again is something special that really can't be put into words […]. Our daughter's music touched the lives of millions of people and it means everything that her legacy will continue in this innovative and groundbreaking way."

Das Ganze soll aber keine reine Lizenz zum Gelddrucken sein - die Tour sammelt Spenden für die Amy Winehouse Foundation, die die Winehouse-Familie nach dem Tod ihrer Tochter ins Leben gerufen hat.

Sie arbeitet mit benachteiligten Jugendlichen um Drogen- und Alkoholmissbrauch vorzubeugen – die Dinge, die Amys Leben zerstört haben.




Und wie funktioniert das Ganze?

Das klingt alles erstmal sehr aufwändig, ist aber eigentlich kein Hexenwerk. Und dabei handelt es sich nicht mal wirklich um ein Hologramm.

Eigentlich ist es eher eine optische Täuschung, der sogenannte "Pepper's Ghost". Dabei wird ein digitales Duplikat des Stars entwickelt und dieser möglichst originaltreu durch Motion-Capturing animiert. Zu der Projektion auf Leinwand kommt dann noch die aufgenommene Stimme des Künstlers, die von einer Band live begleitet wird - et voilà.


Fertig ist die Holo-Kopie.




Amy bleibt nicht die Einzige...

Genaue Daten zur Tour sind noch nicht veröffentlicht worden, Fans müssen also noch ein wenig geduldig sein. Ende 2019 soll das Ganze aber starten.

Die Holo-Tour der britischen Sängerin wird aber nicht die einzige bleiben: Bei einigen Stars munkelt man bereits über digitale Konzerte in naher Zukunft. Gerade Künstler der 70er und 80er Jahre, die heute aus Altersgründen nicht mehr auftreten können oder wollen, aber gerne ihre Touren neu aufleben lassen würden, sprechen darüber. Während aber bei manchen nur Gerüchte gestreut werden, machte es eine Band Anfang des Jahres schon öffentlich:


Abba kündigte an, eine Konzertreise mit Hologrammen der jungen Bandmitgliedern zu starten.



Wer weiß, welche Stars dem Beispiel noch folgen werden.



Ist doch cool, oder?

Nach dem ersten Holo-Konzert mit Tupac an der Seite von Snoop Dogg waren die Fans mehr als begeistert, ihr Idol auf der Bühne sehen zu können. Aber es gab auch andere Reaktionen, wie beispielsweise beim Konzert von Ronnie James Dio - Ex-Sänger der Band Black Sabbath - bei dem man die Holo-Nummer eher als unrealistisch und pietätlos bezeichnete.

Es ist nicht zu bestreiten, dass die futuristische Idee einige Vorteile mit sich bringt: das verstorbene Idol noch einmal auf der Bühne sehen zu können, wie es im Fall von Amy & Co. der Fall ist. Aber auch für sehr lebendige Bands ist das Konzept praktisch. Teure Reisen könnten gespart werden, Konzerte wären auch im hohen Alter noch möglich und sogar Fans in den abgelegensten Orten bekämen vielleicht die Möglichkeit, den Star mal "live" zu sehen.

Aber ist ein Holo-Konzert das Musikerlebnis, wie wir es uns in Zukunft wünschen? Fotos und Autogramme nach dem Konzert werden so eher schwierig, Crowdsurfing nicht mehr dasselbe und heimlich backstage schleichen muss man auch nicht mehr, wenn da gar niemand rumhängt.


Fest steht: Die Konzertbühnen der Zukunft werden sicherlich nicht nur von Menschen aus Fleisch und Blut besungen werden. Und wir sind uns zwar noch nicht sicher, was wir davon halten, sind aber gespannt was die Technik der Musikbranche noch bringen wird.



Was hältst du von der ganzen Hologramm-Nummer? Erzähl's uns an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Whatsapp an die 089 / 360 550 460.

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