Cosby - Milestone

Cosby - Milestone

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Nach zwei Jahren Albumabstinenz melden sich Cosby mit einer Platte zurück, die nicht grundlos einen Meilenstein der Bandgeschichte darstellt.

Das Album startet mit einem atmosphärischen Mid-Tempo-Track. "Hurt Myself" setzt die klanglichen Maßstäbe für die restlichen zehn Songs. Was den Sound betrifft, klingt die Platte geschlossen, konsequent und fokussiert. Eine klare Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger As Fast As We Can von 2015. Doch nicht nur musikalisch hat sich etwas getan.

Cosby sind nun nämlich politisch. Laut eigener Aussage hätte die Band damit aber nicht gerechnet, zumindest war dieser Schritt nicht geplant. Auslöser war wohl Ihr soziales Engagement innerhalb diverser Projekte während der letzten Jahre. Ein definitiver Meilenstein in der noch jungen Bandgeschichte. Am meisten geprägt hat dieser Umstand wohl ihre beiden Singles, die bereits im Januar veröffentlicht wurden.
"Milestone" und "Greyblue" stehen jeweils für ein soziales Projekt, das Cosby unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem Verein Bücherbörse e.V. aus Köln werden nun zwei Schulen und ein Waisenkindergarten in Mali mit Strom zu versorgt. So kann der Unterricht in Zukunft auch nach Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt werden. "Greyblue" ist der Arctic National Wildlife Refuge gewidmet. Dabei handelt es sich um das nördlichste Naturschutzgebiet der USA. Dieses Gebiet weist ein starkes Ölvorkommen auf. Seit Jahrzehnten wird deshalb debattiert, ob nicht innerhalb des Nationalparks nach Öl gebohrt werden soll. Cosby stellen sich diesen Plänen entgegen, da das Areal nicht nur ein Refugium für zahlreiche Tierarten bietet, sondern auch Heimat der sogenannten Gwich’in – den Ureinwohnern dieser Region – ist.

So, nun aber mal weg von der Politik und wieder hin zur musikalischen Substanz. Auf den ersten Höreindruck könnten sich die beiden Singles nicht krasser voneinander unterscheiden. Denn nicht nur kontextuell geben die beiden Songs einiges her.
So überrascht der Titeltrack "Milestone" durch ein flippiges Klanggefüge im Intro und stellt damit den auffälligsten Track des Albums dar. Dieses markante Branding rührt aus der Kombination von asiatischen Territorialsounds in Form von Saiteninstrumenten mit hohen arpeggierten Keyboardsounds her. Im weiteren Verlauf reduzieren sich die Elemente auf die bewährten Trademarks, die den Sound des Albums so maßgeblich prägen. Synthies, Hall-Effekte und knallige 80er-Jahre-Drumsounds.



"Greyblue" ist hingegen eine typische Ballade und Downtempo-Nummer. Die hauchigen Vocals fügen sich gut in die halligen Piano- und Synthieflächen ein. Zum Finale hin steigert sich der Song noch einmal und erreicht mit knalligen Schlagzeugsounds sowie einer nach The xx-Manier gespielten Gitarrenmelodie seinen Höhepunkt. Diese Klimax lässt das Album in abrundender Weise gebührend ausklingen.

Was lässt sich zum Rest der Platte sagen? Im Allgemeinen sind die Songs von repetitiven Hooks geprägt – ein altbewährtes und nimmer müdes Stilmittel im Electro-Pop. Wie in der Vergangenheit auch komprimieren Cosby ihre Message direkt auf einige Catchphrases, um ihre Vibes uncodiert direkt an ihre Hörer zu verschießen. In komplexen Songarrangements verstrickt sich die Ban auf ihrer neuen Scheibe daher nicht. Vielmehr setzen Sie ihre Trademarks gekonnt und gereift in Szene.

Wer bereits vorher Fan der Band war, wird auch beim Hören des neue Albums nicht enttäuscht werden.

Tracklist: Cosby - Milestone01. Hurt Myself51wIjYlN5DL. SS500

02. Milestone

03. Get Up

04. Dust

05. Falling Apart           

06. Higher

07. Sunlight      

08. We Are

09. Close

10. Echo

11. Greyblue

Milestone wurde am 16. Februar via Just Push Play veröffentlicht.
 

Bildquelle: Cover Milestone | Just Push Play 

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