Die Nominierungen zum Mercury Prize 2018

Die Nominierungen zum Mercury Prize 2018

Das Tippspiel beginnt schon

Heute wurden die Alben, die für den Mercury Music Prize 2018 nominiert wurden, bekannt gegeben. Darunter auch einige unserer Lieblingstonträger…

Der Anfang dieses britischen Musikpreises liegt in 1992, er entstand als Gegenstück zu den “von der Musikindustrie bestimmten” BRIT Awards. Der Preis wird an das beste Album der vorherigen 12 Monate vergeben. Wichtig ist dabei, dass die Musiker aus Großbritannien oder Irland stammen. Das Genre ist egal, bisher wurden schon aus den verschiedensten Richtungen Alben nominiert. Die Jury besteht aus einer bunten Mischung aus Musikern, Journalisten oder Festivalorganisatoren.

Dieses Jahr wurden die nominierten Alben in einem ziemlich eindrucksvollen 360° Post bekannt gegeben. Dabei sind auch eine Menge egoKünstler dabei, wie Florence + The Machine, Everything Everything oder King Krule und Wolf Parade. Die Buchmacher von William Hill haben schon die höchst getippten Alben verraten. Darunter sind eben Florence Welsh, Arctic Monkeys und Noel Gallagher’s High Flying Birds. Wir stellen die nominierten Alben mal alle kurz vor.

Arctic Monkeys – Tranquility Base Hotel & Casino

Schon als Lieblingstonträger der Woche bei uns wohlbekannt, da ist es ganz nett zu erfahren, dass nicht nur wir das Album so richtig gut fanden. Auch wenn einige Fans anfangs die Stiländerung der Arctic Monkeys bejammerten, scheint es vielen nach einiger Zeit doch richtig ans Herz gewachsen zu sein.

Everything Everything - A Fever Dream

Zuletzt waren sie für ihr Debütalbum Man Alive nominiert. Jetzt, acht Jahre später, mit dem vierten Album versuchen sie ihr Glück noch einmal. A Fever Dream ist apokalyptischer Artrock aus Manchester, der den Kontrast zwischen energetischem Instrumental und bedrückenden Songtexten perfektioniert hat.

Everything is Recorded – Everything is Recorded

Wenn man Kontakt zu einem riesen Pool an Musikern hat und sie alle in ein Studio setzen kann, dann ist unser Tipp nach Everything Is Recorded - macht es! Als Chef von XL Recordings hatte aber Richard Russell schon die richtig guten Karten. In seinem Projekt ging es darum in einem Studio Musiker kommen und gehen zu lassen, dabei einfach alles aufzunehmen und im Nachhinein zusammenzusetzen. Auch wenn man sich die großen Namen wegdenkt klingt das Projekt faszinierend.

Florence + The Machine – High as Hope

Und ein weiterer egoLieblingstonträger in dieser Liste. Es gibt wohl kaum jemand in dieser Welt, der nicht von Florence Welsh gehört hat und sich nicht sogar ein kleines bisschen in sie verliebt hat.

Jorja Smith – Lost & Found

Inmitten von sanften Klängen von Keyboard und feinen Beats, ein bisschen wie bei Tom Misch, erklingt die soulige Stimme von Jorja Smith. Mehr braucht es nicht, weniger ist manchmal mehr. Auch wenn es ein Debüt ist - das Album klingt reif, Jorja Smith scheint so als weiß schon genau was sie tun will. Vielleicht lernte sie's durch die Zusammenarbeit mit Drake, vielleicht auch bei bei Kali Uchis. Oder vielleicht wusste sie es einfach schon immer.

Lily Allen – No Shame

Vor Jahren (Jahrzehnten!) war Lily Allen das neue Pop-Sternchen. Mit ihrem Debüt 2006 hat sie etwas überrascht, die Texte waren sehr direkt und ein bisschen ungewöhnlich im Mainstream damals. Eine ehrliche Texterin ist sie geblieben, die Musikrichtung hat sich etwas verändert. Der neue Stil von Allen geht ein mehr in Richtung Trap oder Cloud-Rap, aber immer noch mit viel Gefühl für Pop.

Nadine Shah – Holiday Destination

Da hat jemand das bisschen Jazz mit Punk verbunden. Geht sowas überhaupt? Na klar, beweist uns Nadine Shah mit Holiday Destination. Und wenn man beim Titel vielleicht an ein leichtes Sommeralbum denken würde, ist das überhaupt nicht der Fall. Die Themen sind ernst und die Stimmung ist düster. Gentrifizierung, die Flüchtlingskrise, Islamophobie. Auch lokale Probleme in Englands Norden werden angesprochen. Es bringt einen definitiv zum Nachdenken - aber auch den Ansporn zum Handeln.

Noel Gallagher’s High Flying Birds – Who Built the Moon?

Letztens wurde es wieder laut um die Gallaghers. Mit nur einem Tweet lißs Noel's Bruder endlose Spekulationen hoch, dass eine Wiedervereinigung von Oasis doch noch möglich wäre. Beziehungsweise hätte Liam Lust drauf - Noel eher nicht so. Dieser macht lieber sein eigenes Ding weiter. Leider ist es immer wieder so, dass anstatt über die Musik doch eher über die Streitigkeiten und Bandgeschichte gesprochen wird. Dabei ist auch die Solomusik der Brüder immer noch richtig gut.

Novelist – Novelist Guy

Vor zwei Jahren hat ein anderes Grime-Album den Mercury Prize abgestaubt - Konnichiwa von Skepta. Da stehen die Chancen von Novelist, des 21-Jährigen MC und Produzenten, schon ziemlich gut. Sicherlich ein Album für alle, die auf Rap mit starkem britischen Akzent und einer retro-klingenden Produktion stehen.

Sons of Kemet – Your Queen is a Reptile

Leider das einzige Jazzalbum, das es dieses Jahr auf die Liste geschafft hat. Doch nur Jazz zu sagen ist viel zu wenig. Doch jetzt all die möglichen Inspirationen und Genres aufzulisten würde dem Album auch nicht gerecht machen. Dazu wurde all der Klang zusammengesetzt mit nur vier Instrumenten: Tuba, Saxophon, Trommeln und natürlich der Stimmen. Die Band um den Aktivisten Shabaka Hutchings widmet jeden Song einer bedeutenden Frau der Weltgeschichte, wie etwa Harriet Tubman, Angela Davis oder auch Yaa Asantewaa.

Design ❤ Agentur zwetschke