Morrissey: "Hitler war links"

Morrissey: "Hitler war links"

Kontroverses Interview

Ein Interview mit Morrissey ist im Netz aufgetaucht - was er darin von sich gibt, ist einfach nur total Panne.

Eigentlich wundern wir uns schon gar nicht mehr über Morrissey. Der frühere Smiths Sänger ist mittlerweile leider dafür bekannt, seine zweifelhaften politischen Ansichten und Verschwörungstheorien öffentlich zu verbreiten. Trotzdem hat er in einem aktuellen Interview einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Weil Morrissey eigentlich keine Interviews mehr gibt, ist der Text übrigens auf seiner eigenen Webseite erschienen.

Die Fragen hat ihm angeblich eine Person namens John Riggers gestellt, der nicht gerade durch eine neutrale Haltung gegenüber Morrissey auffällt. Morrissey bekommt die Fragen wie auf dem Silbertablett präsentiert und schmeißt so - komplett ungefiltert - Linke mit Hitler in einen Topf, macht sich über den Londoner Bürgermeister lustig und bringt Muslime, die Halal-Fleisch essen, mit dem IS in Verbindung.

Was? Ja - schon richtig gelesen.

Hier die krassesten Aussagen aus Morrisseys Interview im Originalwortlaut

Auf die Frage, was er zu den Rassismusvorwürfen gegen ihn sagt, antwortet Morrissey, die Musikpresse versuche nur, seine Fans gegen ihn aufzubringen. Und…
"…as far as racism goes, the modern Loony Left seem to forget that Hitler was Left wing! But of course, we are all called racist now, and the word is actually meaningless. It’s just a way of changing the subject. When someone calls you racist, what they are saying is 'hmm, you actually have a point, and I don’t know how to answer it, so perhaps if I distract you by calling you a bigot we’ll both forget how enlightened your comment was."
Hitler war also links, aha. Und es geht munter weiter mit dem Verdrehen der Fakten.
"If you have any concern for animal welfare, for example, you cannot possibly vote for either Conservatives or Labour, because both parties support halal slaughter, which, as we all know, is evil. Furthermore, halal slaughter requires certification that can only be given by supporters of ISIS, and yet in England we have halal meat served in hospitals and schools!"
Die Halal-Technik bei der Schlachtung, bei der das Tier vollständig ausblutet, hat viele Gegner. Morrissey gehört offenbar dazu. Allerdings bezeichnet er die Organisationen, die nach den Regeln des Islams Produkte als Halal zertifizieren, pauschal als Unterstützer des Islamischen Staats. Autsch!

Ziemlich am Schluss des rant-artigen Textmonsters greift Morrissey den Bürgermeister von London Sadiq Khan an. Nicht auf politischer, sondern auf persönlicher Ebene - er macht sich über seinen Akzent lustig.

Alles für die Musik?

Ach ja, da war noch was: zeitgleich mit dem Interview ist ein bisher unveröffentlichter Song von Morrissey erschienen. Der "lost studio track" heißt "By the Time I Get To Wherever I’m Going."
Versucht Morrissey also bloß, Aufmerksamkeit für seine Musik zu bekommen? Wahrscheinlich hat er die Regeln sozialer Netzwerke à la "der größte Aufreger gewinnt" ein bisschen zu ernst genommen.

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