Razzia in Tiflis bekanntem Techno-Club

Razzia in Tiflis bekanntem Techno-Club

Weltbekannte DJs solidarisieren sich mit Techno-Demonstranten

Der Techno-Blub Bassiani in Georgiens Hauptstadt Tiflis steigt seit geraumer Zeit zu einem der besten Techno-Clubs der Welt an und wird mittlerweile mit dem Berghain verglichen. Dass die georgische Regierung zwei Razzien in dem Club veranstalteten, wird weltweit als Freiheitsraub gesehen. DJs und Techno-Liebhaber halten aber zusammen.

Georgien, das Land welches momentan in einem so starken Umbruch ist, dass es selber nicht mehr ganz weiß, wie es damit umgehen soll. Junge Leute wenden sich immer mehr dem Westen zu, feiern ausgelassen zu elektronischer Musik, die in der Generation darüber gar nicht als solche erkannt wird. Ein alter sozialistischer Staat trifft auf die junge, moderne und vor allem alternative Jugend. Dass die Regierung Institutionen wie das Bassiani nicht nur als positive Entwicklung empfinden, ist dabei fast zu erwarten.

Das Bassiani, in dem Techno-Größen wie Rødhåd, Nina Kraviz und auch Ben Klock, der das weltbekannte Label Ostgut Ton auf die Beine stellte und Resident im Techno-Himmel Berghain ist, waren bereits zu Gast und legten dort auf. Sie alle wirkten in dem Video mit, welches ihre Solidarisierung mit Georgien und Abgrenzung gegenüber der politischen Handlung verdeutlichen soll.

Getreu dem Motto:
"Together we dance, together we stand"
- geht das Video viral um die Welt.


"Ich kann mir ein Georgien ohne das Bassiani nicht vorstellen, das wäre wie ein Deutschland ohne BerghainWir tanzen zusammen, wir kämpfen zusammen!“
- sagt DJ und Labelbetreiber Dixon.

Das Video entstand aufgrund der Geschehnisse der letzten zwei Woche. In dem beliebten Club und dem Café Gallery, welches für seine Toleranz dem LGBTQ-Publikum bekannt ist, fanden großangelegte Razzien statt. Schwerbewaffnete Einsatzkräfte wurden vom georgischen Innenministerium mitten in das Partygeschehen, wo Freunde zur Musik tanzten und das Leben feierten, geschickt und befahlen allen sich auf den Boden zu legen, während die Musik ausgemacht wurde.

Die letzten Wochen seien fünf Menschen in Tiflis an Drogen gestorben, was der Hintergrund der Razzia sein soll. Der Grund wird von Organisationen und Menschen in Tiflis scharf kritisiert. Sie sehen hinter den Razzien keine Aktion gegen den Drogenkonsum, sondern viel eher ein Eingriff in ihre Freiheit, da die Drogendealer bereits Stunden vor der Razzia festgenommen wurden. Im Club wurden nur acht Leute mit Drogen gefunden. 

Der Bassiani Betreiber betonte dem Guardian gegenüber:
"Techno was the medium our generation found to express our free speech. It is a movement for progressive western values. I think that some of these people who are trying to stop us don't want these clubs to exist because they do not want western values."
Weil eben Techno so viele Leute vereinigt und die mittlerweile sehr liberale Stadt Tiflis diese politische Entscheidung der Regierung nicht akzeptieren möchte, kam es in Tiflis am Wochenende zu einer Großdemonstration, die am darauffolgenden Wochenende fortgesetzt werden soll.



Mit so einer extremen Reaktion haben die Politiker nicht gerechnet. Innenminister Giorgi Gakhari hat sich für seine Entscheidung und handeln mittlerweile entschuldigt.

Sich für seine Überzeugung und Freiheit laut zu machen, führte hier also tatsächlich zum Erfolg.



Wie du dich vor allem im Netz für deine Überzeugung stark machen kannst, haben wir dir in dem unten verlinkten Artikel beschrieben.

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