Songs, die ein Déjà-Écouté auslösen

Songs, die ein Déjà-Écouté auslösen

"Moment mal, den kenn ich doch irgendwoher..."

Man hört einen Song und könnte schwören, dass man ihn schon mal gehört hat. Oder zumindest erinnert er stark an einen anderen - ein paar von diesen Klangphänomenen hätten wir hier für dich zusammengesucht.

Bei den Songs handelt es sich nicht ausschließlich um Samples, die ganz bewusst benutzt wurden, sondern eher ganz feine Ähnlichkeiten, die gar nicht mal Absicht gewesen sein müssen. Wenn du noch mehr von Songs hast, in denen dich auch nur zwei Sekunden an irgendeinen anderen erinnern - hau her! Und zwar an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Anhören kannst du dir alle ganz praktisch in der chronologisch angelegten Playlist. Das ist doch mal ein Service!

Childish Gambino / Jase Harley

Mit "This Is America" hat Childish Gambino einen viralen Megahit gelandet, aber langsam wächst die Skepsis, dass das Lied doch nicht so originell ist, wie wir dachten. Jase Harley hat in "American Pharao" bereits zwei Jahre zuvor ein ähnliches Lied rausgebracht. Der Text, die Thematik, die Drops, der Beat... irgendwie ist das schon sehr nah an dem Song von Childish Gambino. Der sagt aber, dass "This Is America" auch eigentlich schon viel, viel älter ist. Nur halt unveröffentlicht. Aber wie kam denn dann Jase Harley dran? Verzwickt.

Louis the Child / DJ Snake / Zedd feat. Aloe Blacc vs. Flume

Auf thump erschien dazu ein ganzer Artikel, der sich dem Signature-Break von Flume und dessen Verbreitung bei anderen Musikern widmet. Diesen Signature-Break - den kennst du. Ansonsten hör dir einfach nochmal den Aufbau und schließlich den Break (Minute 1:03) in Flumes Remix von Disclosures "You & Me" an. Und dann hör dir hauptsächlich die Refrains von DJ Snake, Zedd feat. Aloe Blacc oder eben Louis the Child an...

Hozier / Feist

Auf dieses Déjà-Écouté hat uns unser guter alter Freund und Piano-Maestro Chilly Gonzales aufmerksam gemacht. In einem Video untersucht er die beiden Pianos und kommt, als er "Take Me To Church" seziert, zu der Erkenntnis:
"This sounds quite familiar to me, I must say. This very slow and noble triple time and those sad chords. I think I know what it might be."

Also spielt er kurz Feists "How Come You Never Go There" kurz an.
"It's almost the exact same thing. That's a crazy coincidence that my good friend and musical little sister Feist with her song 'How Come You Never Go There' had the exact same idea to use those chords and that slow triple time as Hozier. What are the chances?"

Und fügt hinzu:
"I'm being told by the research staff that Feist's track came out well over a year before Hozier's. Doesn't look so good, does it? 'Take Me To Church'? Maybe Feist should take him to court."

Kid Cudi / Raury

Wir können uns noch gut daran erinnern, wie wir Raurys (damals neuen) Song "Superfly" als Radiopremiere präsentieren durften. Doch beim Refrain hat's irgendwie geklickt. Es war die Melodie, wie Raury "Superfly, it's how I'm feeling on this summer night" singt. Das erinnert nämlich richtig an die Art und Weise, wie Kid Cudi seinen Track "Day 'n Nite" beginnt.

Hör mal bei Raury in den Refrain rein und vergleiche den mit dem Anfang von "Day 'n' Nite"...

Moderat / Ben Khan

Wir behaupten nicht, dass die Berliner Kombo aus Modeselektor und Apparat namens Moderat und der Newcomer Ben Khan aus London wirklich ähnlich klingen. Aber sie haben scheinbar das gleiche Sample verwendet. Einmal etwas mehr und einmal etwas weniger gepitscht. Hör dir Moderat bei Minute 00:02 an und vergleiche es mit Ben Khan bei Minute 00:10.

FKA twigs / Andru Donalds

FKA twigs kam 2014 mit ihrem Wahnsinns-Debütalbum LP1 um die Ecke, das wir aufgesogen haben wie ein Schwamm. Selbst nach Wochen haben die Songs nicht an Frische und Coolness verloren, allerdings gibt es da eine winzig kleine Stelle, die uns stark an eine Nummer aus den 90ern erinnert. Merk dir die Stelle bei FKA twigs bei Minute 3:10 und gib dir dann den Refrain vom One-Hit-Wonder von Andru Donalds aus den 90ern bei Minute 0:50.

CHAMPS / The Shutes

CHAMPS kennen wir. Vor ein paar Jahren haben die Jungs von der englischen Insel Isle of Wight ihr Debütalbum Vamala veröffentlicht, ihr erstes Konzert in der egoFM-Stadt München gespielt und uns davor auch noch einen kleinen Besuch abgestattet. Ihr Song "Desire" gefällt uns sehr gut... allerdings kennen wir auch diesen Song der Band The Shutes aus dem Jahr 2012....

Tatsächlich sind The Shutes und CHAMPS in gewisser Weise aber auch die gleiche Band. Die beiden Brüder Michael und David von CHAMPS haben mal bei The Shutes gespielt und dort den Song "Echo of Love" geschrieben. Dieser hatte damals allerdings nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient hätte. Deshalb haben ihn die beiden in ihrem neuen Bandprojekt in einer abgeänderten Version nochmal veröffentlicht.

Sisyphus / Day One

Als wir im Sommer 2014 die neue Platte von Sisyphus (bestehend aus Sufjan Stevens, Son Lux und Serengeti) in der Abhöre hatten, ließ uns der Song "Lion's Share" nicht mehr los: "Der erinnert an einen Song aus den 90ern..." , "Hm...vielleicht von einem Soundtrack?"... ertappt. Der Titel erinnert uns tatsächlich an einen Song vom Eiskalte Engel Soundtrack aus dem Jahr 1999. Abgesehen von diesem Soundtrack haben wir zwar nie wieder etwas von Day One gehört, aber wir mögen "Bedroom Dancing".

Sam Smith / Nina Simone

Das wurmt uns schon ziemlich lange, seit Sam Smiths Debütalbum rausgekommen ist, um genau zu sein. Mal davon abgesehen, dass fast jeder Song mit Piano ein Wiedererkennungsgefühl auslöst, war es bei "I'm Not The Only One" schon irgendwie konkreter. Als wir dann mal wieder die gute alte Nina Simone aus dem Plattenkoffer ausgepackt haben und in "I Wish I Knew How It Would Feel to Be Free" reingehört haben, traf uns der Schlag. Vergleicht bitte bei Sam Smith das Piano mit Nina Simones Melodie.

M.I.A. / The Clash

Das ist ganz offensichtlich offensichtlich. Hör dir mal bei "Straight to Hell" von The Clash die ersten Sekunden an und vergleich sie mit M.I.A.s "Paper Planes".

Balthazar / Depeche Mode

Ebenso klingt der Beginn von Balthazars "Nightclub" wie der von Depeche Modes "Personal Jesus. Die Ähnlichkeit ist auch gar nicht mal so abwegig - immerhin hat der Produzent von "Nightclub", Ben Hillier, früher auch schon mal für Depeche Mode gearbeitet...

Broken Bells / Bee Gees

Die Ähnlichkeit zu "Stayin' Alive" von den Bee Gees ist einfach unbestreitbar. Hör einfach mal in den Refrain von "Holding on for Life" - den Refrain von den Bee Gees hast du ja hoffentlich eh auswendig im Kopf!

Ob es irgendeinen Grund gibt, warum "Holding on for Life" nach "Stayin' Alive" von den Bee Gees klingt, haben wir die Broken Bells übrigens mal höchstpersönlich gefragt:
  • Auszug vom Interview mit den Broken Bells

Hier gibt's alle Songs zum direkten Vergleich in einer Playlist:


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