Taylor Swift bricht ihr politisches Schweigen

Taylor Swift bricht ihr politisches Schweigen

Die Pop-Sängerin äußert sich entschlossen zu den US-Wahlen im November

In einem Instagram-Post äußert sich die US-amerikanische Country-Pop-Sängerin für die Demokraten und positioniert sich klar gegen die republikanische Senatskandidatin. Mittlerweile reagierte sogar Donald Trump und ist nicht sehr erfreut.

Bisher war Taylor Swift als unpolitische Figur der Popkultur bekannt.

Dadurch, dass sie ihre politische Meinung stets für sich behalten hat, erntete sie bereits häufiger Kritik - vor allem als 2016 bekannt wird, dass sie von Rechtsradikalen in den USA als Ikone verehrt wird. Jetzt bricht die Pop-Sängerin ihr Schweigen und gibt über Instagram ein langes, entschiedenes Statement zu den Zwischenwahlen in Amerika ab, die am 6. November stattfinden. Bei diesen wählen die US-Bürger nicht nur das gesamte Repräsentantenhaus, sondern auch ein Drittel der Senatoren des Landes.

Scharfe Kritik an der republikanischen Kandidatin Marsha Blackburn

Die 28-jährige Sängerin, die im US-Bundesstaat Tennessee wohnt, macht in ihrem Instagram-Post ihre Unterstützung für die beiden Demokraten Phil Bredesen und Jim Cooper deutlich, die in Tennessee als Kandidaten ins Rennen gehen. Bisher sei sie bei politischen Themen abgeneigt gewesen, ihre Meinung öffentlich mitzuteilen, aber aufgrund von mehreren Ereignissen in ihrem Leben und der Welt in den letzten zwei Jahren möchte sie das jetzt ändern. Ob sie damit auf den von ihr gewonnen Prozess des letzten Jahres anspielt, bei dem sie einem Radio-DJ sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte, oder auf die fragwürdige Ernennung des Richters Kavanaugh als Richter am Obersten Gerichtshofs am Tag zuvor, lässt sich nur spekulieren.

Taylor Swift schreibt, sie habe immer und werde immer ihre Stimme dem Kandidaten geben, der die Menschenrechte schützt und für sie kämpft.

Für sie gäbe es keinen Platz für jegliche Art von Diskriminierung, sei es aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlecht oder der Hautfarbe.
“I believe that the systemic racism we still see in this country towards people of color is terrifying, sickening and prevalent.”

In diesem Zusammenhang übt sie scharfe Kritik an der republikanischen Kandidatin Marsha Blackburn, die im November für den Senat antritt. So gerne sie auch weiterhin die Frauen in der Politik unterstützen wolle, so könne sie es dieses Mal nicht. Sie kritisiert, dass Blackburn gegen den gleichen Lohn für Frauen und Männer sowie gegen ein Gesetz zum Schutz von Frauen vor Gewalt gestimmt hat. Zudem ist die Republikanerin der Meinung, Firmen hätten das Recht, homosexuellen Paaren ihre Dienste zu verweigern, und äußert sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.
“Her voting record in Congress appalls and terrifies me. […] These are not MY Tennessee values.”
 


Aufruf zu einer wohl überlegten Wahl

Die Pop-Sängerin ruft am Ende ihres Instagram-Beitrags vor allem auch ihre jungen Mitbürger dazu auf, sich über die Kandidaten zu informieren und denjenigen zu wählen, der die eigenen Werte am meisten repräsentiert.
„For a lot of us, we may never find a candidate or party with whom we agree 100% on every issue, but we have to vote anyway.”

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I’m writing this post about the upcoming midterm elections on November 6th, in which I’ll be voting in the state of Tennessee. In the past I’ve been reluctant to publicly voice my political opinions, but due to several events in my life and in the world in the past two years, I feel very differently about that now. I always have and always will cast my vote based on which candidate will protect and fight for the human rights I believe we all deserve in this country. I believe in the fight for LGBTQ rights, and that any form of discrimination based on sexual orientation or gender is WRONG. I believe that the systemic racism we still see in this country towards people of color is terrifying, sickening and prevalent. I cannot vote for someone who will not be willing to fight for dignity for ALL Americans, no matter their skin color, gender or who they love. Running for Senate in the state of Tennessee is a woman named Marsha Blackburn. As much as I have in the past and would like to continue voting for women in office, I cannot support Marsha Blackburn. Her voting record in Congress appalls and terrifies me. She voted against equal pay for women. She voted against the Reauthorization of the Violence Against Women Act, which attempts to protect women from domestic violence, stalking, and date rape. She believes businesses have a right to refuse service to gay couples. She also believes they should not have the right to marry. These are not MY Tennessee values. I will be voting for Phil Bredesen for Senate and Jim Cooper for House of Representatives. Please, please educate yourself on the candidates running in your state and vote based on who most closely represents your values. For a lot of us, we may never find a candidate or party with whom we agree 100% on every issue, but we have to vote anyway. So many intelligent, thoughtful, self-possessed people have turned 18 in the past two years and now have the right and privilege to make their vote count. But first you need to register, which is quick and easy to do. October 9th is the LAST DAY to register to vote in the state of TN. Go to vote.org and you can find all the info. Happy Voting! 🗳😃🌈

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Mit einer Anzahl von sage und schreibe 112 Millionen Followern gehört Taylor Swift zu den Top 10 der Instagram-Accounts mit der größten Reichweite. Es kommt nicht oft vor, dass Stars ihre derartige Reichweite nutzen, um so deutlich auf die Relevanz des Schutzes von Menschenrechten hinzuweisen - oder auf die Probleme, die durch diejenigen entstehen können, die diese einzuschränken versuchen. Gerade bei Taylor Swift, die bislang selbst bei brenzligen Situationen schwieg, hatten wir nicht damit gerechnet, so ein Statement über Menschenrechte und durchdachtes Wählen zu lesen.

Wir sind sehr positiv überrascht.



Donald Trump reagiert und äußert sich gegen Swift

Das sehen aber offensichtlich nicht alle so. Nach einigen zwiegespaltenen Reaktionen im Netz antwortet jetzt auch der amerikanische Präsident persönlich und ist nicht sehr erfreut. Als Reporter ihn auf den Beitrag von Taylor Swift ansprechen, betont Trump, was für einen großartigen Job Marsha Blackburn in Tennessee machen würde und dass die Sängerin sicherlich keine Ahnung über sie hätte.
"Marsha Blackburn [...] is a tremendous woman. I'm sure, Taylor Swift has nothing or doesn't know anything about her. Let's say that I like Taylor's music about 25% less now?"

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