Jetzt boykottieren auch Wolf Alice Auftritte in Israel

Jetzt boykottieren auch Wolf Alice Auftritte in Israel

Die Bewegung "Artists For Palestine" wird immer größer

Dank Donald Trump und der umstrittenen Härte des israelischen Militärs während des Umzugs des amerikanischen Konsulats nach Jerusalem ist der Nahost-Konflikt so prominent in den Medien wie schon lange nicht mehr. Auch die Musikszene ist in zwei Lager gespalten - vor allem die Israel-Gegner stehen klar im Vordergrund.

Was ist #artistsforpalestine?

Unter der Künstler-Bewegung "Artists For Palestine" haben sich schon zahlreiche Bands und Solokünstler zusammengetan. Sei es aus nationalem Schuldbewusstsein oder aus einer Anti-Amerika-Haltung – vor allem in England ist die Bewegung im Moment sehr stark.

Sogar große Namen ihres Genres wie Wolf Alice, Shame oder Portishead haben ihre Unterstützung des Movements gezeigt.

"As long as the Israeli government commits war crimes against the Palestinian people we support their call for a boycott of Israel as a means of peaceful protest against the brutal occupation #artistsforpalestine"
liest sich der Post, den die Bands so zahlreich geteilt haben.

Auch in Berlin ist der Protest spürbar 

Auf dem Pop-Kultur Festival, das im August stattfinden soll, haben mittlerweile schon knapp zehn Acts ihre Auftritte abgesagt, da das Festival mitunter in Partnerschaft mit der isrealischen Botschaft veranstaltet wird.

Ein deutlich konstruktiverer Ansatz wird zurzeit in London geplant

Auf der Bühne des Roundhouse wird es am 4. Juni ein umfassendes Benefizkonzert geben: "Hoping For Palestine – A Benefit Concert for Palestinian Refugee Children". Anstatt eines Boykotts wird hier Geld gesammelt, das den palästinensischen Kindern zugute kommen soll, die unter dem langen Konflikt noch immer unschuldig leiden müssen.

Für 35 Pfund können Unterstützer des guten Zwecks das satte Lineup mit den Libertines, Patti Smith, Thurston Moore und Loyle Carner live erleben. Für den Preis ist das Konzert sogar für Leute, die mit der Thematik nicht viel anfangen können, einen Besuch wert.

Die Gegenseite

Während die jüngsten Geschehnisse den Boykott israelischer Auftritte durchaus rechtfertigen können, gibt es natürlich auch die andere Seite der Medaille. Schließlich bleibt die Frage, ob ein Boykott nicht auch unfair gegenüber den Menschen in Israel ist. Tel Aviv hat eine junge und bekannte Musikszene und mindestens ebenso viele Musikfans, die sich erstens nicht mit der Haltung Israels identifizieren und zweitens auch gerne Auftritte internationaler Bands in ihrer Stadt sehen würden.

Garden City Movement, eine Gruppe aus Tel Aviv, hat da eine ganz nüchterne Sichtweise. Im Interview haben wir sie nach ihrer Meinung zu dem umstrittenen Radiohead Auftritt in Israel letzten Jahres gefragt:

"Do what you want to do. If you wanna come, come, if you don´t, don´t. We don´t give a fuck."


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