Back to Black

Back to Black

egoFM Trailer: Filmtipp

Von  Fabian Broicher
Das tragische Leben von Amy Winehouse kommt als Biopic in die Kinos, umgesetzt von Regisseurin Sam Taylor-Wood. Ob der Film der großartigen Sängerin gerecht wird, weiß egoFM Kinoredakteur Fabian Broicher.

Wer hinter Back to Black steckt

Welches Filmgenre ist wohl besser, um eine wahre Geschichte zu erzählen, eine Dokumentation oder eine fiktionale Nacherzählung? Vielleicht ist es ein unfairer Vergleich, trotzdem drängt er sich im Fall von Back to Black auf. Denn das Leben von Amy Winehouse wurde bereits 2015 filmisch umgesetzt: Amy – The Girl Behind The Name von Asif Kapadia ist eine gefühlvolle Annäherung an das Leben der Britin, an ihre Musik, an ihren Umgang mit Drogen und Alkohol. An ihr bewegtes Leben, das mit ihrem tragischen Tod mit 27 Jahren endete. Das unvermeidliche Biopic kommt jetzt von Sam Taylor-Wood. Die Regisseurin erzählte schon in der Vergangenheit von Musikern, ihr bester Film, Nowhere Boy, handelt von dem jungen John Lennon. Trotzdem stellt man sich unwillkürlich die Frage, ob es einen Film wie Back to Black überhaupt braucht.



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Worum es in Back to Black geht

Back to Black beginnt seine Erzählung vor Amy Winehouses Durchbruch. Die Sängerin tritt in Londoner Jazzclubs auf, ohne ein Leben im Rampenlicht anzustreben. Lieber stürzt sie sich kopflos in jeden neuen Tag, schreibt Songs, hat Sex, trinkt Alkohol und verbringt Zeit mit ihrer Familie, die Amy sehr viel bedeutet. Dann wird die Plattenfirma Universal auf ihre starke Stimme aufmerksam.

Als Teenagerin unterschreibt Winehouse ihren ersten Vertrag – schlagartig hat sie Erfolg. Rund um die Welt wird sie als größte Stimme ihrer Generation gefeiert, während sie die wichtigsten Musikpreise abräumt. Währenddessen trifft Amy auf den Draufgänger Blake, dem sie die Freundin ausspannt. Die beiden beginnen eine furiose Beziehung mit toxischen Anzeichen. Mal trennen sie sich, dann kommen sie wieder zusammen. Drogen spielen eine immer größere Rolle. Und obwohl Amy sich nach einem einfachen Leben mit eigenen Kindern sehnt, reißen sich die beiden gegenseitig in den Abgrund…

Der Trailer für Back to Black


So ist Back to Black

Sam Taylor-Wood geht mit Back to Black keine Risiken ein. Missfiel der Dokumentarfilm Amy noch Winehouses Nachkommen, sind sie hier als Finanzierer an Bord. Entsprechend wirkt das Biopic, als betrachte man das Leben der Sängerin durch einen Weichzeichner. Viele Dinge, etwa die wichtige Rolle vom Produzenten Mark Ronson, werden einfach ausgespart. Die Songs scheinen der Film-Amy wie Geistesblitze anzufliegen, denn häufig sitzt sie irgendwo, bevor sie praktisch aus dem Nichts den kompletten Text rezitiert. Tiefgründiger wird Back to Black leider nicht. Trotzdem erfahren wir natürlich viel über Amys Leid, ihre Süchte und Abstürze, sehen sie als gebrochene Frau. Dadurch bleibt Back to Black oberflächlich, purer Durchschnitt, obwohl die Story doch so viel mehr böte.

Marisa Abela geht zwar in der Hauptrolle auf und schafft eine verblüffende Ähnlichkeit zu Amy Winehouse darzustellen. Leider überzeugt ihre Schauspielleistung nicht darüber hinaus. Das liegt weniger an ihr als an dem Drehbuch, das die Zerrissenheit der Hauptfigur selten zeigt, sondern andere darüber reden lässt. Das macht Back to Black zu einem überflüssigen Film, der nur aufgrund der fantastischen Songs Spaß macht.

Mehr als 4 von 10 Rehabs gibt es dafür leider nicht.



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