Alpen.Leben.Menschen

Alpen.Leben.Menschen

Die Integration Geflüchteter im bayerischen Alpenraum

Was passiert, wenn bayerische Tradition auf Flüchtlinge trifft? Eine Begegnung auf Augenhöhe in den wunderschönen Alpen. Wir haben mit einem der Veranstalter gesprochen.

Das südlichste Bundesland Deutschland macht es Neuankömmlingen mit der Mia san Mia Tradition oft gar nicht so einfach bei der Eingliederung.

Der Deutsche Alpen Verein hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Geflüchteten das Ankommen im bayrischen Alpenraum zu erleichtern und gründete in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst das Projekt A.L.M. – Alpen.Leben.Menschen.

Mit Erik Waalkes vom Malteser Hilfsdienst sprach Moderatorin Anna über das Projekt. Das Ziel von Alpen.Leben.Menschen ist vorrangig, die Bewohner*innen im Alpenraum mit Migranten zu zusammenzubringen und gemeinsam möglichst viel Zeit in den Bergen zu verbringen. Hand in Hand arbeiten dabei der Deutsche Alpenverein (DAV) und der Malteser Hilfsdienst (MHD) zusammen, um einerseits mit dem DAV das Wissen über die Berge und dem MHD die karitative Flüchtlingsarbeit zu vereinen. 

Sogar für manche Menschen, die schon lange Zeit in Bayern leben, sind Lederhosen, Berge und der Dialekt manchmal schon ein kleiner Kulturschock für sich. Wie das wohl für andere aus ferneren Regionen sein muss? Bei den Geflüchteten, die aus Syrien, Eritrea oder Somalia stammen, soll das Fremdheitsgefühl stückweise aufgelöst werden. So wird ihnen die Chance gegeben, neue Beziehungen zu knüpfen und nebenbei noch ihre Umgebung kennenzulernen.

Zum Ablauf einer Tour

Von der Planung bis hin zur eigentlichen Tour verläuft alles, wie bei einer normalen Bergwanderung auch. Nichts muss, alles kann. Es werden Geschichten ausgetauscht und die Brotzeit geteilt. So kann es schon einmal sein, dass vom Obazdn bis zum Fladenbrot eine riesige kulinarische Bandbreite auftritt. Erik Waalkes sagt außerdem dazu: 
"Wenn man Lust hat, kann man anfangen aufeinander zu zugehen - oder eben nicht und wandert stattdessen einfach und teilt das gemeinsame Erlebnis dann miteinander."

Die Berge sind der perfekte Ort, um sich mit der Kultur der neuen Heimat zu befassen. 
Außerdem steckt da noch viel mehr dahinter: 
"Die Berge begeistern Menschen aller Herkunft. Die Erfahrung, die man gemeinsam macht, das Gefühl der Freiheit, das man bekommt, wenn man einen Berg erklimmt - das bestärkt eine Art von Glücksgefühl. Und aus diesem Glücksgefühl heraus entsteht eine wunderbare Begegnung, die ungezwungen ist und Menschen zusammenführt. Das zwingt keinen dazu, zusammen zu sein, weil man nämlich einfach in diesen wunderschönen Bergen sein will."

Die Berge als Erfahrungsort

Den Teilnehmern*innen soll außerdem besonders ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur beigebracht werden, weil das für viele oft nicht ganz so eindeutig ist. Der Referent für Soziales Ehrenamt und Flüchtlingsarbeit Erik Waalkes erklärt, warum sie zu dem Thema aufklären: 
"Man muss bedenken, dass die Menschen aus Syrien, Eritrea, Algerien und dem Senegal selten Erfahrungen mit ihren eigenen Bergen gemacht haben und wenn sie dann in die bayrischen Berge gekommen, fangen sie auch an, sich mit ihrer Umwelt in der Heimat auseinander zu setzten."

Wie man Alpen.Leben.Menschen. unterstützen kann 

Eine große Anzahl an Ehrenamtlichen setzten sich für das Projekt der beiden Vereine bereits ein und man freut sich über jede weitere Hilfe. Auf ihrer Website kann man sich auch weiter über die Touren, das soziale Engagement und die Hintergründe informieren. Außerdem kann das Projekt finanziell mit einer Spende gefördert werden. 

Alpen.Leben.Menschen war anfangs nur bis August 2018 angesetzt.

Aufgrund des großen Erfolgs und des Mehrwerts des Projekts will der Deutsche Alpen Verein und der Malteser Hilfsdienst die Initiative trotzdem weiter laufen lassen. 

Das nächste Ziel soll sein, zukünftig auch körperlich beeinträchtigten und behinderten Menschen den Blick vom Gipfel über die Berge zu ermöglichen.

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