Der rote Punkt an der Tür gegen die Einsamkeit

Der rote Punkt an der Tür gegen die Einsamkeit

open dot als Begegnunswerkzeug

In Augsburg startete das Pilotprojekt, bei dem man bei Plauderbedarf einfach an Türen klopfen kann - sofern sie mit einem roten Punkt markiert ist.

Du wohnst in einem Hochhaus und kennst nicht mal die Gesichter deiner Nachbarn? Gesprochen hast du sowieso mit noch überhaupt niemandem? – Willkommen in der Großstadt.

Von so vielen Menschen umgeben und doch eigentlich so allein.

So geht es tatsächlich immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft. Um dem Abhilfe zu schaffen sind jetzt Augsburger Künstler auf eine interessante Idee gekommen. Klebt doch einfach mal nen roten Punkt an eure Tür.

Moment - worum geht’s?

Der rote Punkt, beziehungsweise der open dot ist ein Pilotprojekt eines Künstlerkollektivs. Es funktioniert ganz einfach: Man klebt einen roten Punk an die Haustüre und signalisiert so seinen Nachbarn oder anderen Leuten die vorbeilaufen: "Ich freue mich über Spontanbesuch. Ich bin offen für ein kurzes Gespräch, eine Tasse Kaffee, vielleicht sogar eine neue Freundschaft."
Laut Juliane Stiegele ist der rote Punkt ein Werkzeug um Begegnungen zu schaffen und gegen Einsamkeit anzukämpfen. Innerhalb eines Jahres wurde die Idee als Pilotprojekt nun in Augsburger Hochhäusern umgesetzt.



Wie kommt man auf so ein Projekt?

Bei einer Umfrage nach persönlichen Utopien sind die Künstler von Utopia Toolbox auf einen Mann aus Großhadern gestoßen, der sich gewünscht hatte, dass die Leute in seiner "Mietbatterie zu einer Gemeinschaft werden sollen".  Außerdem hat Großbritannien inzwischen bereits ein Ministerium für Einsamkeit eingerichtet, weil in einer Umfrage festgestellt wurde, dass neun Millionen Briten mit Einsamkeit zu kämpfen haben. Außerdem noch etwas ganz Erstaunliches: Am meisten sind junge Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren betroffen.
 

Wie sieht's in der Umsetzung aus?

Bisher wurden die Punkte in einigen Hochhäusern und Studentenwohnheimen in Augsburg verteilt um zu sehen, ob die Idee ankommt. Wer zusätzlich interessiert ist kann sich denn roten Punkt auch in einigen Augsburger Bürgerbüros abholen, beziehungsweise ihn aus dem Internet unterladen und ausdrucken. – Und dann natürlich an die Türe kleben.

Rückmeldungen und Erfahrungen werden noch gesammelt. Aber es sind auch jetzt schon andere Städte am Projekt interessiert.

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