Deutscher Entdeckergeist

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Erfindungen aus good old Germany

Sie sind praktisch, schmecken, lindern Schmerzen oder haben die Autoindustrie begründet: Erfindungen aus Deutschland. Hättest du es gewusst?


Erfindungen, die die Welt verändern, kommen aus good old Germany? Teilweise. Es gibt schon einige Dinge, bei denen wir uns denken: Boah, krass. Nie draufgekommen! Bei anderem Zeugs handelt es sich eher um Zeugs, was die Welt nicht braucht - wie es eben überall ist. Wir haben gestöbert und sind auf einige Erfindungen gestoßen. Mal mehr, mal weniger spannend, aber immer nützlich!

Musik an

Für uns und unsere egos von Bedeutung und für unsere Jugend prägend: das MP3-Format. Eine Revolution in der Musikindustrie, die es erlaubte, nicht ständig den riesigen Disc-Man mitschleppen zu müssen. Endlich konnten Songs auf kleineren Formaten gespeichert werden. Bereits 1982 wurde das Format unter der Leitung von Hans-Georg-Mustmann am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen entwickelt. 1999 kam der MP3-Player auf den deutschen Markt - auch das ist deutschen Forscher*innen zu verdanken. Übrigens: die Schalplatte wurde von dem Deutschen Emil Berliner in Amerika erfunden.

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Buch-Revolution

Machen wir gleich beim Thema Kultur weiter. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern gehört zu den wichtigsten Erfindungen des Mittelalters. Bis dahin mussten vor allem Mönche Bücher feinsäuberlich abschreiben, um sie zu vervielfältigen. Mit Johannes Gutenbergs Erfindung 1440 konnten Bücher und Schriften gedruckt werden, indem die in Blei gegossenen Lettern aneinandergereiht wurden. Das Verfahren war schneller, günstiger und es konnte in großen Mengen produziert werden, wodurch Informationen in Form von Flugblättern schneller Verbreitung fanden.

Kaffeegenuss

Zur morgendlichen Zeitung oder guten Buch darf eine Tasse Kaffee nicht fehlen. Dass uns der aber so gut schmeckt, haben wir Melitta Bentz zu verdanken. Der Dresdner Hausfrau war der Kaffee nämlich viel zu bitter und so tüftelte sie mit Löschpapier. Das verhindert, dass Kaffeemehl mit in den gebrühten Kaffee gelangte. Daraufhin machte sie sich mit ihrem Ehemann selbständig, der Kaffeefilter erhielt 1908 vom kaiserlichen Patentamt den Gebrauchsmusterschutz für ihren Rundfilter mit vorgefertigtem Filterpapier.

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Das perfekte Ei

Klar, klingt auch typisch Deutsch. Wer mag sein Frühstücksei nicht gern feinsäuberlicher aufgeschnitten? Die dünnen Drähte (daher in Österreich auch "Eierharfe" genannt) schneidet das hartgekochte Ei in gleichmäßige Streifen, wenn man das Ei nochmal dreht auch in Stücke. 1909 wurde das Küchengerät aus Kunststoff und Aluminium oder Edelstahl von Willy Abel erfunden und anschließend patentiert. Dabei beließ es aber Konstrukteur aber nicht. Er gilt auch als Erfinder der Brotschneidemaschine und des herzförmigen Waffeleisens.

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O'zapft ist

Durchaus beliebter ist der alkoholische Gerstensaft. Und zugegeben, entdeckt wurde Bier schon 4000 v.Chr. in Mesopotamien und auch Schweizer Klöster haben im Mittelalter brav gebraut. Allerdings wurde ordentlich mit Pech, Ochsengalle oder Schlangenkraut gepanscht. Nicht so gschmackig, dachte sich 1516 Herzog Wilhelm IV von Bayern und führte das Reinheitsgebot ein, die erste bis heute gültige Lebensmittelvorschrift der Welt. Bier besteht seitdem nur noch aus Gerste und dem daraus gewonnenen Malz, Hopfen und Wasser.

Medizin

Wurde es zu viel Bier, hilft uns am Tag danach ein Aspirin gern mal aus dem Delirium. 1879 entwickelte der Chemiker Felix Hoffmann die synthetisierte Acetylsalicylsäure in Pulverform mit wenig Nebenwirkungen. Bis dahin verursachte pure Salicylsäure als Schmerzmittel nämlich starken Brechreiz und Verätzungen der Schleimhäute. 

Was zum Naschen

Besser schmecken uns die kleinen bunten Goldbärchen. Seit 1922 erfreuen wir uns an dem süßen Gemisch aus Zucker, Gelatine und Fruchtauszügen. Hans Riegel gilt als der Gummibären-Erfinder, der seine eigene Manufaktur hatte. Daher auch der Name Ha-ri-bo aus Hans Riegel Bonn. Kaiser Wilhelm II bezeichnete die Nascherei als "Glanzstück der Weimarer Republik". 

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Was zum Spielen

Macht auch Kinder froh - oder auch nicht: das Brettspiel "Mensch ärgere dich nicht". Erfunden 1907/1908 von Johann Friedrich Schmidt, angelehnt an das englische Spiel Ludo, ging er damit 1914 in Serienproduktion. Verkauft wurde der Klassiker bereits 90 Millionen Mal.

Motoren

Carl Benz gilt als Pionier der Automobilindustrie, der 1878 den Zweitaktmotor entwickelte. Sein Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 von 1885 gilt als erstes praxistaugliches Automobil mit Viertaktmotor.
Aber auch in Sachen Elektromotor haben die Deutschen die Nase vorne: Physiker Moritz Hermann von Jacob, ein deutscher Physiker, entwickelte 1834 in Königsberg den ersten einsatzfähigen Elektromotor. Die kleinen E-Motoren sind auch heute in Handys, PCs oder elektrischen Zahnbürsten zu finden.

Computer

Tatsache - der Berliner Konrad Zuse baute 1941 den ersten funktionstüchtigen Computer namens "Z1". Er tüftelte in seinem Wohnzimmer an der Maschine - am Ende war sie so groß wie ein Doppelbett! Wie kam er auf die Idee, einen Computer zu erfinden? Seine mit Augenzwinkern gemeinte Begründung: er war zu faul zum Rechnen. Bis zum kleinen handlichen Laptop war es aber noch ein weiter Weg. Die ersten "Tischrechner" - also die ersten Vorläufer der Heimcomputer gab es erst 1965. Apropos Heimcomputer - die gab's auch in der DDR. In den 80er gab es sogar eine richtige Computerszene.



Da hatte der deutsche Erfindergeist also schon häufig zugeschlagen - und jeden Tag kommen eindrucksvolle Ideen hinzu. Welche Erfindung wohl bald mit dem Eierschneider mithalten kann?

Design ❤ Agentur zwetschke