Alternativen zum Tourbus

Alternativen zum Tourbus

Ungewöhnliche Ideen der egoKünstler*innen

Trampen, Radeln, Zug fahren - und das mit Instrumenten. Unsere egoKünstler*innen haben sich schon so einiges einfallen lassen.

Einfach in den Bus setzen und losfahren ist auf Dauer ja auch langweilig.

Manch eine*r unserer egoKünstler*innen liebt die Herausforderung. Aus unterschiedlichsten Gründen haben sie sich entschieden, ein etwas anderes Konzept der Konzertreise zu starten.


Alternative zum Tourbus

Eine Konzerttour kann verdammt anstrengend sein. Oft sind Künstler*innen nach einem Konzert froh, irgendwann in ihren Betten zu liegen - oder im Tourbus zu hocken und sich schön vom Busfahrer in die nächste Stadt kutschieren lassen zu können. So ein Bandbus bläst aber auch ganz schön viele Abgase in die Luft. 

Ob aus Umweltbewusstsein oder reinem Spaß an der Freude, in der letzten Zeit sind uns immer wieder außergewöhnliche Tour-Konzepte im egoKosmos begegnet. Was meist aus einer Schnapsidee entstanden ist, ist zu einem abgefahren Trip mit sicherlich einzigartigen Eindrücken und Erfahrungen geworden. Wir haben für dich die außergewöhnlichsten Touren und Geschichten dazu gesammelt.



Moop Mama

Für die damalige Vorabsingle zum Album M.O.O.P. Topia "Erfindung des Rades" und deren Musikvideo sind die Jungs von Moop Mama unter die Handwerker gegangen und haben sich ihre eigenen roten Fahrräder gebastelt. Das war an sich schon ziemlich cool, doch das wurde mit der Promotour zum Album noch getoppt. Moop Mama haben sich ihre geliebten Fahrräder geschnappt und deutschlandweit Guerillagigs gestartet. Es konnte also passieren, dass du irgendwo in Deutschland in einem Park in der Sonne liegst und plötzlich zehn rotgekleidete Männer mit roten Fahrrädern angeradelt kommen und die Wiese mit ihren fetten Bässen zum Beben bringen.


Die abgefahrene Guerillagig-Radltour rund um die M.O.O.P.topia-Story gibt's auch auf Youtube als neunteilige Doku zu sehen.



Faber

Ein Jahr auf Tour und ausschließlich mit dem Zug unterwegs? Klingt in unseren Ohren tatsächlich anstrengender, als mit dem Fahrrad zu fahren - schließlich sind die Züge in unseren Breitengraden nicht immer zuverlässig. Der Schweizer Sänger Faber hat aber genau das gemacht, als er mit seiner EP Abstinenz diverse Konzertbühnen in der Schweiz, Österreich und Deutschland bespielt hat. An sich hatte Faber damit meist kein Problem und fand es sogar recht entspannt - sagt er zumindest rückblickend im Interview. Das frühe Aufstehen, um den Zug rechtzeitig zu erwischen, hat ihn allerdings schon manchmal genervt und - wen überrascht's? - mit der Deutschen Bahn hatte er auch so seine Probleme: 
"Ich find es nicht schlimm, dass die immer unpünktlich sind und sehr, sehr teuer. Aber dazu auch noch überhaupt nicht lustig?! Wenigstens lustig könnten sie sein. Das ist ein Problem." - Faber im egoFM Interview


Monobo Son

Schon mal einen trampenden Tubaspieler oder Posaunisten vom Straßenrand mitgenommen? Im Mai diesen Jahres haben sich Monobo Son, die Band rund um den Posaunisten von LaBrassBanda, Manuel Winbeck, eine etwas andere Art von Tour vorgenommen. Ganz ohne großen Tourbus und sonstige Annehmlichkeiten eines eigenen Gefährts. Wie kam's?

Die sechs Burschen haben sich nach einem feuchtfröhlichen Weißbierabend kurzerhand entschieden für ihre Scheene Wienerin-Tour eine Woche von München nach Wien - hin und zurück - ausschließlich zu trampen. Und das hat dank vieler freundlicher Autofahrer unglaublich gut geklappt - wobei meist die mitgebrachten Instrumente anscheinend ein Eisbrecher waren:
"Das hat uns durchaus in die Karten gespielt. Wir haben oft den Blick bekommen 'nicht ganz sauber, aber harmlos'" - Manuel Winbeck


Da die Musiker samt Instrumenten zu sechst nicht wirklich in ein Auto gepasst haben, haben sie sich aufgeteilt und sich erst abends bei ihren Etappenzielen wieder getroffen. So ein Roadtrip ist natürlich nicht immer so leicht zu planen: Bei einem Konzert mussten Monobo Son ihr Konzert zu zweit auf der Bühne anfangen, da der Rest im Stau gesteckt hatte und erst später dazu stoßen konnte.

Neben dem verrückten Tour-Alltag an sich - morgens zusammenpacken, aufteilen, Daumen raus und hoffen, dass einen jemand mitnimmt - hat die Band auch sehr schöne Erfahrungen mit Menschen gemacht:
"Bei jeder Person, die am Anfang misstrauisch war, gab es dem Moment, in dem du von der einen auf der anderen Sekunde in den Gesichtszügen gesehen hast, wie auf einmal das Misstrauen fällt und das Vertrauen kommt. Das war die schönste Erfahrung der Tour." - Manuel Winbeck



ZULU

Auch unsere Lokalhelden ZULU aus Würzburg haben sich erst vor wenigen Wochen auf den Drahtesel geschwungen und sind mit dem E-Bikes von Konzert zu Konzert quer durch Bayern geradelt. Basti, Jannis und Max hatten den Tourbus satt, denn denn der bläst viel zu viel CO2 in die Luft. Und was zuerst noch als Schnapsidee am WG-Küchentisch geäußert wurde, hat schnell Form angenommen.

Also, Instrumente und Crew eingepackt und in die Pedale getreten. Ganz ohne Unterstützung ging es dabei nicht, denn Instrumente können auf die Dauer ganz schön schwer werden, weshalb sich ZULU für Lasten-E-Bikes entschieden haben. Besonders bei Steigungen war die elektrische Unterstützung dann doch unverzichtbar.

Auf ihren Lastenrädern haben ZULU in gut zwei Wochen an die 700 km zurückgelegt. Respekt!


ZULU hat nur Positives aus ihrem alternativen Tour-Konzept mitgenommen. Den Jungs hat das Erlebnis so viel Spaß gemacht, dass sie bald wieder losradeln wollen.
"Wir sind uns einig, dass wir das auf jeden Fall wieder machen wollen. Es gibt nämlich viele Vorteile: Zum einen sieht man viel mehr von der Natur, als wenn man stumpf im Auto sitzt und über die Autobahn heizt. Abends ist man auch richtig stolz darauf, dass man das aus eigener Power geschafft hat. Und eigentlich der allergrößte Vorteil ist, dass man keinen Diesel in die Umwelt bläst." - Basti von ZULU
Das Wetter hat übrigens auch bis auf einen Regentag super mitgespielt. Wir finden die Idee großartig und hoffen, dass auch beim nächsten Mal alles so glatt läuft.




Die Orsons 

Zwar keine Konzerttour, doch wir finden die Idee so genial, dass wir sie mit dir teilen müssen.

Man kennts ja nur viel zu gut: Man ist bei einem richtig guten Konzert und links und rechts neben einem stehen nur Leute, die in ihr Handy starren. Es werden Instagram-Stories gepostet oder getweetet, wie toll das Konzert gerade ist - der*die Absender*in verpasst dabei aber irgendwie auch das Wichtigste, nämlich das Konzert selbst!

Die Orsons finden das anscheinend auch ein bisschen doof und haben sich deswegen eine Aktion ausgedacht, um ein ganzes Konzert im Netz stattfinden zu lassen - vielleicht auch, um alles ein bisschen auf die Schippe zu nehmen.

Mithilfe des Hashtags #ozert haben die Orsons schon vor vier Jahren Rapper, Journalisten und Fans mobilisiert, dem ersten Twitterkonzert in der Geschichte beizuwohnen.


Ein "Konzert" auf Twitter, aber kein Live-Stream? Viele Leute haben das mit dem virtuellen Konzert nicht ganz verstanden und sind offenbar von einem richtigen Live-Konzert ausgegangen. Denn, dass das alles nicht wirklich stattfindet, stand nur auf den Konzertkarten, die im Netz kursierten.
"Ich hab' Maeckes angerufen und gefragt, ob das jetzt wirklich ernst ist, weil ich das von den Eintrittskarten gehört hab, aber noch nichts im Kalender stehen hatte." – Kaas
Trotz des groben Konzepts wurde bei dem feuchtfröhlichen Abend im Basislager der Orsons das Drehbuch nach ein paar Bier und doppelt so vielen Tweets über Bord geworfen und das Ganze hat eine gewisse Eigendynamik erhalten.



Ein Video, dass das hinter die Kulissen des Twitterkonzerts schaut, gibt's natürlich auch, und gibt zumindest einen kleinen Eindruck, wie spaßig das Ganze gewesen sein muss.

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