Unsere Stimme als Instrument

Unsere Stimme als Instrument

Stimmcoach Dr. Iris Eicher im Interview

Dr. Iris Eicher ist Trainerin für mündliche Kommunikation und hat mit uns darüber gesprochen, wie viel Macht die eigene Stimme hat und wie sie trainiert werden kann.


Die Macht der Stimme

Dr. Iris Eicher erklärt, dass unsere Stimme sehr viel Macht hat. Grund dafür ist auch der paraverbale Aspekt unserer Kommunikation: Auf den Klang einer Stimme reagieren wir meistens schneller als auf den Inhalt. Dabei geht es um Stimmklang, Sprechtempo und Dynamik.
  • Stimmcoach Dr. Iris Eicher
    Unsere Stimme als Instrument

Schon im Mutterleib entwickeln wir Gehör


Das heißt, dass wir schon vor der Geburt auf Umgebungsgeräusche und Stimmen reagieren. Vor allem die Stimme der Mutter ist dem Baby also schon sehr früh vertraut.

"Wir wissen zum Beispiel, dass Säuglinge sechs Wochen nach der Schwangerschaft bereits den Melodieverlauf ihrer Muttersprache kennen. Wenn man dann die Stimme der Mutter hernimmt, aber ihren Melodieverlauf verändert, reagieren sie mit Unruhe." - Dr. Iris Eicher 

Aber auch in Anbetracht unserer Evolution wird deutlich, dass Stimme schon sehr früh eine Rolle gespielt hat: Wir hatten bereits eine Stimme, bevor wir Sprache hatten. Wir haben also nur über Töne kommuniziert. 

Training für die Stimme

Dr. Iris Eicher ist überzeugt davon, dass jede gesunde Stimme verbessert werden kann. Dafür ist es wichtig zu wissen, dass die Stimme ein Produkt unseres Körpers ist und mit unserer Atmung, Körperhaltung und Lockerheit zusammenhängt.

Aber was macht eine angenehme beziehungsweise unangenehme Stimme aus? 


Studien haben gezeigt, dass wir auf eine Stimme am besten reagieren, wenn bestimme physiologische Parameter zutreffen. Zum Beispiel eine entspannte Atmung, eine gewisse Weite im Mundraum und ein Kehlkopf, der eher tief sitzt.

Außerdem ist es wichtig, authentisch zu sprechen, sagt Dr. Iris Eicher.


"In dem Moment, in dem unsere Intention auch im Einklang steht mit unserem Körper, kommen wir zu einem anderen muskulären Spannungszustand und das phonetische Produkt - was ja Stimmklang ist - passt eben dann auch zu dieser Haltung. Es ist also eine innere Haltung, aber auch eine äußere, ganz physiologische Haltung." - Dr. Iris Eicher

Aber genau dieses authentische Sprechen ist eben nicht immer so leicht.
Wenn wir zum Beispiel 10 Minuten zu spät und völlig abgehetzt in einem Meeting ankommen, ist es schwer, etwas ruhig und gelassen zu präsentieren. Dafür braucht es Training und Know-how.

Im Alter verändert sich die Stimme zwangsläufig


Im Alter ist Knorpelmasse nicht mehr so elastisch und Muskulatur baut ab - Das bedeutet auch, dass die Stimme nicht mehr so leistungsfähig ist. Trotzdem bleibt die Stimme mit dem richtigen Training auch im Alter gut einsetzbar, sagt Dr. Iris Eicher. 

"So wie wir dann vielleicht zum Sport gehen, um fit zu bleiben, kann man auch etwas dafür tun, dass die Stimme fit bleibt." - Dr. Iris Eicher 

Dafür muss man nicht jeden Tag eine Stunde üben, aber es braucht ein Grundverständnis davon, was Stimme braucht und wie Stimme funktioniert. 

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