Schwedische Schule führt #MeToo in den Unterricht ein

Schwedische Schule führt #MeToo in den Unterricht ein

Und wieder sind‘s die Skandinavier, die allen voraus sind

Gerade in den Schulen ist ein offener Dialog im Hinblick auf #MeToo wichtig: Jugendliche sind noch regelrechte Hormonschleudern und wissen gar nicht wohin mit den ganzen Veränderungen – umso schwieriger, sich dann auch noch in das andere Geschlecht reinzuversetzen.

Viele Unsicherheiten und Fragen über Sexualität drücken sich folglich auch in sexistischen Sprüchen aus. "Du Pussy" oder Bezeichnungen wie "Stufenmatratze" tauchen genauso auf jedem Schulhof auf, wie Jungs, die den Mitschülerinnen vermeintlich spielerisch auf den Arsch hauen. "Ist ja nur ein Klaps, ist doch lustig" - nein, einfach nein.

Deswegen ist #MeToo gerade in der Entwicklungsphase besonders wichtig - die Tullbroskolan-Schule in Falkenberg im Süden von Schweden hat nun den ersten Schritt getan und die Debatte mit in den Lehrplan aufgenommen.


Begonnen haben die Lehrer letztes Jahr mit Gruppen aus 13- bis 15-Jährigen, in diesem Jahr ging es dann mit 16-Jährigen weiter.
In nach Geschlechtern getrennten Diskussionsrunden wird unter anderem über Geschlechternormen und sexuelle Belästigung gesprochen und geklärt, inwiefern sie das Thema überhaupt selbst betrifft.

Die Resonanz war umfassend super

Viele Schüler haben ihr eigenes Verhalten überhaupt nicht kritisch wahrgenommen und wurden durch den Workshop sensibilisiert. Beispielsweise etwas als "schwul" zu bezeichnen ist Alltag in heutigen Klassenzimmern und viele vergessen, wie viel Kraft Wörter haben können oder was sie wiederspiegeln.

Auffällig war, dass gerade die Jungs auch versuchten, sich als Opfer darzustellen – und erstmal die Debatte richtig verstehen mussten. Gleichzeitig sollten sie sich nicht ständig wie Buhmänner fühlen, sondern lernen wie eine gleichberechtigte Gesellschaft überhaupt aussehen kann.



Die #MeToo-Bewegung selbst ist mittlerweile mehr als ein Jahr alt, hat aber immer noch viel vor sich – ein Workshop wie in Schweden ist zumindest ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, Sexismus komplett aus dem Alltag verschwinden zu lassen.

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