Fair Fashion

Fair Fashion

Mode muss nicht grausam sein

Öko-Mode ist kratzig und sieht aus wie ein Kartoffelsack? Das war gestern vielleicht so – heute sieht das ganz anders aus. Ein paar Beispiele dafür haben wir hier für euch im Überblick...

Viele Mode-Labels sind dafür bekannt, ihre Arbeiter auszubeuten und die Umwelt mit Füßen zu treten. Kürzlich wurden in einer Zara-Filiale in Istanbul Kleidungsstücke mit versteckten Botschaften auf den Etiketten entdeckt. Die Nachrichten stammen von Arbeitern, die mehrere Monate nicht bezahlt wurden.

Ich habe diesen Artikel, den Sie kaufen wollen, hergestellt, aber ich wurde dafür nicht bezahlt.
Diese Worte waren auf den Etiketten mehrerer Kleidungsstücke zu lesen. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, haben Angestellte eines Zara-Lieferanten die Botschaften angebracht.

Die schlechten Bedingungen bei der Modekette sind leider kein Einzelfall. Die Textilindustrie ist nicht gerade für ihre fairen Arbeitsbedingungen bekannt. Viele Menschen in den Fabriken können trotz zwölf Stunden Arbeit am Tag sich und ihre Familien nicht über die Runden bringen.

Aber aufgepasst - es gibt Alternativen. Nachhaltige Materialien statt billiger Massenware und faire Produktion statt Lohnsklaverei. Ein paar Marken mit Herz unterm Hosenträger haben es geschafft, sich gleichzeitig für Mensch und Umwelt einzusetzen und wunderschöne Kleidungsstücke zu kreieren.

Wir haben hier fünf Beispiele für euch zusammengestellt, bei denen man mit gutem Gewissen die Shoppingsucht ausleben kann...

ARMEDANGELS
Wie der Name schon sagt setzten sich diese bewaffneten Engel für Mensch und Umwelt ein.
Sie bieten ein zeitloses Design statt fast fashion an und haben auch eine riesige Auswahl an Produkten - hier gibt es einfach alles. Dabei verwendet das Label nicht nur nachhaltige Materialien, sondern setzt sich auch für dessen Arbeiter ein - ganz egal ob Baumwollbauer in Indien, Näherin in der Türkei oder IT-ler in Köln.

Hier geht's zur Homepage der ARMEDANGELS.


[eyd]
Das (noch) kleine Label macht sich für Frauen stark, die aus der Zwangsprostitution befreit worden sind und hilft ihnen ins Leben zurückzufinden.
Sie schaffen ihnen nicht nur faire Arbeitsplätze, sondern eine karitative Partnerwerkstatt betreut die Frauen intensiv. Sie erlernen einen ersten Beruf, werden therapeutisch betreut, holen Schulunterricht nach und werden ermutigt, ihr Leben selbst zu gestalten.

Der Anfang wurde in Indien gemacht, aber auch in Deutschland sind Projekte in Planung. Der Kleidungsstil ist eher schlicht und besteht aus vor allem aus Basics für Männer und Frauen.

►Hier geht's zur Homepage von [eyd].


Bleed
Das deutsche Street- und Sportware-Label Bleed hat sich als Ausrüster für Surfer, Skateboarder und Snowboarder einen Namen gemacht. Dabei wird in der gesamten Produktion konsequent auf Bio, Fairtrade und vegane Materialien geachtet. Wirklich einzigartig ist hier die Montado Black Edition, bei der Kork als nachhaltige Alternative zu Leder verarbeitet wird. Sie haben auch Auszeichnungen wie den PETA Fashion Award oder den Umweltpreis in Sachen Nachhaltigkeit gewonnen und sind laut PETA die tierfreundlichste Modelinie.

►Hier geht's zur Homepage von Bleed.


Lanius
Lanius bietet ein umfassendes Sortiment nachhaltiger Damenmode. Der Schwerpunkt liegt bei Mänteln, Jacken, Kleidern, Röcken und Oberteilen. Es gibt aber ebenso Hosen und Gürtel zu kaufen. Auch hier stehen Mensch und Natur vor der Geldmacherei.

Außerdem: Von jedem verkauften Charity-Shirt spendet das Modelabel drei Euro in das Schulprojekt der bioRe-Stiftung in Indien und ermöglicht damit den Erhalt und Ausbau einer Schule für die Kinder der Bio-Baumwollbauern.

Hier geht's zur Homeopage von Lanius.


hessnatur
Sie waren die allerersten vor 40 Jahren, die Mode mit Fairness und Umwelt verbunden haben. Pioniersarbeit mit viel Herz und Verstand! Heute bietet das Modehaus ein breites Sortiment mit  Mode und Heimtextilien für die ganze Familie und so gut wie jeden Anlass, an.

Hier geht's zur Homepage von hessnatur.


Wer setzt sich für Existenzlöhne ein? Und wer nicht? Eine schlaue App beantwortet uns diese Fragen.

Die App Fair Fashion ist eine super Hilfe um zu checken, welche deiner Lieblingslabels ganz und gar nicht fair sind und welche ein bisschen mehr - wirklich gut schneidet leider keiner ab.
Mit Hilfe einer Skala, die das Engagement zwischen einem ungenügenden lila bis zum grünen gut bewertet. Keine der Marken landet im grünen Bereich. Da ist noch viel Luft nach oben…

Damit du dir sicher sein kannst, dass Kleidung nachhaltig produziert und frei von Schadstoffen ist, lohnt es sich, den Blick auf bestimmte Siegel zu werfen. Relativ weit verbreitet und dabei zuverlässig sind das GOTS-Siegel, die Label von IVN, Fairtrade, Bluesign und Öko-Tex, wobei die beiden letzteren nur für Schadstofffreiheit stehen.


Bildquelle: flickr | "Jen attacks a vintage clothes rack" | Joseph Brent | cc by-sa 2.0

Design ❤ Agentur zwetschke