Squid Game bekommt eine zweite Staffel

Squid Game bekommt eine zweite Staffel

Ein echtes Kinderspiel?

Von  Sabrina Luttenberger
The Hype is real! Egal ob Memes oder TikTok-Trends, um die Serie Squid Game kommt man eigentlich nicht rum, wenn man einen Internetzugang hat. Und jetzt ist klar: Die Story geht weiter!


"Ihr lasst uns ja gar keine andere Wahl!"

So die Worte von Regisseur Hwang Dong-Hyuk über eine zweite Staffel von Squid Game. Eigentlich hatte ihn das Drehbuch zur ersten Staffel so erschöpft, dass er erst keine Lust auf eine Fortsetzung hatte. Außerdem bestehen die meisten südkoreanischen Serien aus einer Staffel. Wenn deine Serie, an der du jahrelang getüftelt hast aber auf einmal zur erfolgreichsten Netflix-Serie ever wird und Millionen an Fans wissen wollen, wie die Geschichte weiter geht, weil das Ende der letzten Folge definitiv nicht das Ende sein kann, dann überlegst du es dir vielleicht doch noch mal anders. Und das hat er jetzt scheinbar getan und bestätigt: Ja, es wird eine zweite Staffel geben! So viel Druck, so viel Verlangen und so viel Liebe habe er für die Serie bekommen, sagte er auf einer Veranstaltung zur Serie. Deshalb überlege er gerade, wie es mit Squid Game weitergehen könnte.

"It's in my head right now. I’m in the planning process currently. But I do think it's too early to say when and how that's going to happen. So I will promise you this, Gi-hun [Anmerkung: Der Protagonist von Sqwuid Game] will be back and he'll do something for the world." - Hwang Dong-Hyuk  

Wann genau die zweite Staffel erscheint und wann sie überhaupt erstmal gedreht wird, steht momentan also noch nicht fest. Aber: Versprochen ist versprochen!



Worum geht es in Squid Game überhaupt?

Falls du die erste Staffel bisher nicht gesehen hast, erzählen wir dir mal kurz, worum es überhaupt geht: 456 verzweifelte Menschen stecken in Notsituationen, sind hochverschuldet und spielen deshalb bei Kinderspielen wie "Rotes Licht, Grünes Licht" oder Tauziehen um insgesamt 45,6 Milliarden Won (33 Millionen Euro). Klingt wie eine Mischung aus Raus aus den Schulden und 1,2 oder 3, artet aber ganz schön schnell aus. Denn: Wer verliert, ist nicht einfach nur raus, sondern wird eliminiert oder um es knallhart zu sagen: stirbt. Geleitet werden die Spiele von einer Armee aus Menschen in roten Anzügen (Haus des Geldes anyone?), die schwarze Masken mit Kreisen, Vierecken und Dreiecken im Gesicht tragen, um unerkannt zu bleiben. Mit jedem weiteren Spiel wird die Gewinnsumme höher und man fragt sich als Zuschauer*in so ganz hypothetisch (nachdem man mal fix Won in Euro umgerechnet hat): Würde ich für die Summe mitmachen? Und für die? Und für die?

Weil die Serie doch ganz schön brutal ist, haben Twitter-Nutzer*innen für jede einzelne Folge Triggerwarnungen gepostet. "Blut" und "Tod" sind in jeder Episode vertreten - genauso wie liebenswerte Charaktere. Weil die Sterberate aber ähnlich hoch ist, wie bei Game of Thrones, ist es wahrscheinlich nicht ganz so schlau, sich einen Liebling zu suchen.

 


 Squid Game überholt Bridgerton

So schnell der Hype zu Squid Game auch entstanden ist, einfach aus dem Boden gestampft hat ihr Regisseur die Serie nicht. Bereits 2008 hatte Hwang Dong-Hyuk die Idee, inspiriert von Comicbüchern. Viele lehnten sein Drehbuch damals aber ab, weil es ihnen zu ungewöhnlich, komplex und bizarr war. Mittlerweile ist Squid Game die erfolgreichste Netflix-Serie aller Zeiten und hat damit das Drama Bridgerton abgelöst.

The Hype Is Real

Squid Game hat zeitweise in 83 Ländern den ersten Platz der Netflix Charts dominiert (also überall, wo die Serie verfügbar ist) und auch sonst ist die Begeisterung groß: Schauspielerin Jung Ho-yeon, die in Squid Game ihre erste Rolle übernahm, hat es innerhalb eines Monats geschafft, die meistgefolgte Südkoreanerin auf Instagram zu werden und hat mittlerweile fast 24 Millionen Follower*innen.



In Paris öffnete für ein Wochenende sogar ein Squid Game Pop-up Café, in dem sich alles um die Serie drehte. Stundenlang standen Fans im zweiten Arrondissement Schlange, um etwa Dalgona Candy zu probieren, eine koreanische Süßigkeit aus Zucker und Natron, aus der die Figuren in der Serie Formen herausstanzen müssen. Und auch auf Social Media trendet die Serie: 57 Milliarden mal verwendeten TikTok-Nutzer*innen den Hashtag #SquidGame und Twitter ist voll mit Memes, zum Beispiel während des Shutdowns von Facebook und Co.


Die Probleme und Klage nach dem Erfolg

Freigegeben ist die Serie zwar erst ab 16, gesehen haben sie trotzdem viele jüngere Kinder. Einige Expert*innen warnten vor der Brutalität der Serie und vor der Gefahr, die Squid Games auf Schulhöfen nachzuspielen. Und gerade weil so viele Menschen auf der ganzen Welt, egal ob jung oder alt, die Serie schauen und sie andauernd streamend, hat Netflix sogar eine Klage am Hals: Der südkoreanische Internetdienstleister SK Broadband beschwert sich über erhöhten Netzwerkverkehr wegen der hohen Zuschauer*innenzahlen. Netflix ist nach YouTube der zweitgrößte Datenverkehrsgenerator Südkoreas und soll sich deshalb an den Kosten beteiligen, die zum Beispiel für Wartungsarbeiten entstehen. Mit einer zweiten Staffel dürften die nicht weniger werden.



Squid Game gibt's seit 17. September auf Netflix zu streamen.

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