The Ocean Cleanup: Die Saubermachaktion auf dem Meer

The Ocean Cleanup: Die Saubermachaktion auf dem Meer

Eine Röhre soll alles verändern

Der Niederländer Boyan Slat will mit dem Projekt The Ocean Cleanup, Plastik aus dem Meer fischen. Starttermin: Samstag, der 08. September 2018.

Das Thema mit dem Plastik verfolgt uns womöglich auf Lebenszeit. Das Problem: Der Berg aus Plastik scheint immer größer zu werden und ist jetzt eigentlich schon so groß, dass man ohnmächtig werden und alle Hoffnung verlieren könnte, dass wir dem jemals Herr werden. Lösungsansätze und helfende Hände sind zwar da – doch es reicht einfach immer noch nicht.
 

Plastik soweit das Auge reicht

Auch auf dem Meer. Laut dem WWF schwimmen auf jedem Quadratkilometer der Meere hunderttausende Teile Plastikmüll – oder ums anders zu sagen: Dreiviertel des Mülls im Meer besteht aus Plastik. Dass dabei auch Tiere wie Seevögel, Schildkröten oder Fische qualvoll verenden, vergessen oder fast noch schlimmer: verdrängen die meisten.

Jetzt reicht's!

Das dachte sich auch der 24-jährige Niederländer Boyan Slat. Seit 2013 kämpft er mit seinem Projekt The Ocean Cleanup gegen die Plastikmasse im Meer. Nun startet die erste große - riesen große - Saubermachaktion auf dem Meer - mit einer Filteranlage, die aus 600 Meter langen Röhren besteht, soll endlich aufgeräumt werden.
Der erste Einsatzort ist die Westküste bei San Francisco in den USA, die auch als Great Pacific Garbage Patch bekannt ist. Dieser riesige Plastikstrudel, der zwischen Kalifornien und Hawaii treibt, ist in etwa viermal so groß wie Deutschland.

Wie funktioniert die Aufräum-Aktion?

Von oben betrachtet, sehen wir, wie die Filteranlange sich alleine durch die Strömungen der Ozeane bewegt. Doch was geschieht in den Tiefen des Ozeans? Unter der Röhre ist ein drei Meter langer Zaubervorhang befestigt, der den treibenden Plastikmüll einfängt. Das erinnert doch ein wenig an die Klebefolie für Fliegen – oder nicht? So soll sich nun auch der Müll festsetzen. Um das Plastik dann zu recyceln oder gar zu verbrennen, sammelt ein Schiff alle paar Wochen den Müll ein und bringt ihn zur Küste.



Das Projekt wirft Fragen auf

Leider hagelt es auch Kritik. Meeresbiologen sorgen sich beispielsweise um die Meerestiere. Diese könnten in den Filteranlagen, wie die Fliegen in der Klebefolie hängen bleiben und verenden. Auch Meeresbiologin Melanie Bergmann erzählt in einem Interview, dass die Aufräumaktion leider nicht vielversprechend ist.

Der beste Weg sich für eine saubere Umwelt einzusetzen, beginnt mit etwas ganz einfachem: Strände und Flussufer vom Müll zu befreien - ohne dabei die Tier verenden zu lassen. Aber um den Plastikkonsum zu stoppen, müssen erstmal recyclebare Materialien verwendet werden.


Eines ist klar: Boyan Slat betritt mit diesem Projekt Neuland. Ob die Aufräum-Aktion auch das einhalten kann, was sie verspricht, wird sich zeigen. Aber bei einer Sache sind wir uns einig: Es ist immer besser einzugreifen, statt dem wachsenden Berg aus Plastik nur zuzusehen - auch wenn nur kleine Veränderungen, wie beispielsweise Stofftaschen beim Einkaufen zu verwenden, handelt.

Das Ganze kannst du im Livestream mitverfolgen:




Auch große Unternehmen setzen sich gegen Plastik ein 

Schuhe aus Plastikmüll

Die Sportmarkengiganten adidas, Parley und Nike tauschen die herkömmlichen Textilien gegen Plastik. Vor ein paar Jahren hat schon Adidas mit Parley die ersten Projekte mit den Umweltaktivisten Parley for the Oceans gestartet. Seitdem ersetzen sie Teile der Textilien mit TPU-Fäden, die aus Plastikmüll im Ozean hergestellt wurden. Anfangs waren die Schuhe schnell vergriffen und mit wenig Ozeanplastikanteilen, mittlerweile sind sie bis zu 85 Prozent des Uppers aus Plastikmüll gefertigt und die Auswahl an Modellen wächst stetig. Jetzt ist der Großteil der gemütlichen Boost-Klassiker von adidas in der umweltfreundlichen Ausführung zu haben.

Wer sich also demnächst mal einen Stoff-Sneaker zulegen will, sollte sich durchaus überlegen vielleicht lieber bei der Parley-Version des Schuhs zuzuschlagen.

Schallplatten aus Bioplastik

Der Hallenser Designstudent Alexander Rex will nun Schallplatten aus Bioplastik pressen lassen: Die Idee entstand im Rahmen eines Projekts an seiner Hochschule. Für die Herstellung benötigt er aber mehr als nur den Biokunststoff Polymilchsäre (PLA). Ausschlaggebend sind die Maschinen, die diese Platten herstellen können. Eine Leipziger Schallplattenfirma ermöglichte ihm die Bio-Schallplatte und auch die Teilnahme am Landeswettbewerb "BESTFORM". Nun sucht er weitere Unterstützung, um aus Plastik auch endlich Musik machen zu können.

Kleidung aus Fischernetzen

Auch wenn es verboten ist, Fischernetze einfach im Meer zurückzulassen, finden sich auf dem Grund der Ozeane einige dieser verhängnisvollen Fallen. Viele der alten Netze verrotten nicht und stellen so eine unglaubliche Gefahr für die Tiere dar. Zum Glück gibt es aber Organisationen wie Healthy Seas, die die alten Fischernetze aus den Meeren holen und diese dann wiederverwerten. Schuhe, Socken oder Bademode - das alles kann dann aus den recycelten Netzen entstehen.



DIY – Plastikrecycling für Daheim

Jeder kann etwas tun, um die große Belastung durch Plastikverschmutzung zu reduzieren. Wir haben ein paar Do it Yourself Tricks zusammengeschrieben, die wirklich Jedermann ganz easy zu Hause nachmachen kann.

Plastikflaschenkühler

Ganz leicht – eine Plastikflasche einfach mit Wasser füllen, in den Gefrierschrank legen, warten und die gefrorene Flasche zum Kühlen von zum Beispiel dem Mittagessen für den nächsten Tag verwenden oder ganz einfach zum Kühlen von Getränken für lange Tage am Strand. Hier kann man natürlich zwischen großen und kleinen Plastikflaschenkühlern variieren – kleine Flaschen für kleine Getränke oder Speisen, große Flaschen für größere Picknicksdinner.
 

Minigewächshaus

Die Flasche in der Hälfte quer durchschneiden, die Seite mit dem Flaschenhals einfach über einen Topf stülpen, in dem du entweder Kräuter oder Gemüse gepflanzt hast und warten – wichtig: den Deckel ablassen.



Plastikflaschen-Gießkanne

Keine Gießkanne zu Hause, aber deine Pflanzen sehnen sich nach Wasser? Dann einfach ein paar Löcher mit einem spitzen Gegenstand, einer Schraube, einem Schraubenzieher oder einer dickeren Nadel stechen, Wasser in die Flasche füllen, Deckel draufschrauben und losgießen.


Plastikflaschenhalterung

Hast du immer das Problem, dass du deine Shampoos und Duschgels nie ganz leer bekommst? Dann ganz easy – Fläschchen einfach auf den Kopf stellen. Aber was ist, wenn die Duschgelflaschen einen abgerundeten Kopf haben? Dann haben wir hier was für dich: eine Plastikflasche umfunktionieren. Hier eine step-to-step Anleitung!

Kanister-Ablage

Auch Kanister sind Plastik und können mit ein bisschen Bastelgeschick umgewandelt werden. Was man braucht? Einen leeren Kanister, einen Marker und entweder eine Schere oder sin Teppichmesser. Hier die Do it Yourself-Anleitung in einer Bildgalerie!

Design ❤ Agentur zwetschke