The Woman King

The Woman King

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Von  Fabian Broicher
Ein Film über gefürchtete afrikanische Kriegerinnen, die unter anderem als Inspiration für Marvels 'Black Panther' dienten – kann das funktionieren? egoFM Kinoredakteur Fabian Broicher kommt zu einer eindeutigen Antwort.

Eigentlich gleicht es einem Wunder

Reißt sich Hollywood für gewöhnlich alle potenziellen Historiendramas unter den Nagel, erzählt The Woman King nun als erster Film überhaupt von den Agojie, einem mythischen, allerdings real existierenden Verbund weiblicher afrikanischer Kriegerinnen, die für ihre Heimat, das Königreich Dahomey, kämpfend, von ihren Feinden gefürchtet und von ihrem Stammesvolk beinahe wie Göttinnen behandelt wurden. Unter anderem griff sie der Marvel-Verlag für eine Truppe aus Kämpferinnen in Black Panther auf. Das Potenzial erkannte auch Produzentin Maria Bello (Prisoners) nach einem Besuch in Benin, der Region, in dem sich einst Dahomey befand. Gemeinsam mit Dana Stevens und Regisseurin Gina Prince-Bythewood tüftelte sie die Story aus; für die Hauptrolle als Agojie-Anführerin gewannen sie Oscar-Preisträgerin Viola Davis.

Worum geht's in The Woman King?

Afrika, Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Volk des Königreichs Dahomey liegt in einem bitteren Clinch mit dem Oyo-Stamm. Ohne die ausschließlich aus Frauen bestehende Kampfeinheit der Agojie hätte König Gezo wohl schon längst kapitulieren müssen. Auch die junge Nawi kommt als Mädchen zu der königlichen Leibgarde, nachdem ihr Pflegevater sie nicht zu verheiraten vermag. Dort fühlt sich die eigensinnige junge Frau zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich wohl – mit Leidenschaft stürzt sie sich ins brutale Training, schließt Freundschaften mit ihren Mitstreiterinnen, gerät aber auch immer wieder mit der Anführerin der Agojie aneinander, Nanisca.

Doch Nanisca besitzt eigentlich andere Probleme als eine aufmüpfige Schülerin, denn die Beweise häufen sich, dass der Oyo-Stamm neuerdings Unterstützung von den reichen portugiesischen Sklavenhändlern erhält. Um die drohende Übermacht zu besiegen, benötigen die Dahomey sämtliche Ressourcen, jedoch weigert sich König Gezo, in einen Krieg zu ziehen – sehr zu Naniscas Unmut. Obendrein ereilt sie ein schrecklicher Verdacht in Bezug auf die junge Nawi, der sie mit ihrer eigenen Vergangenheit zu konfrontieren droht…
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So ist The Woman King

Mitreißend inszeniert Gina Prince-Bythewood die Geschichte um die in ganz Afrika gefürchteten Agojie-Kriegerinnen, ohne dabei allzu sehr auf kitschige Plattitüden zurückzugreifen. Selbstverständlich gibt es Parallelen zwischen The Woman King und Marvels Black Panther, allerdings erinnern die packenden Kampfszenen sowie der beklemmend realistisch dargestellte Sklavenmarkt ebenfalls im besten Sinne an Sir Ridley Scotts Historienepos Gladiator – oder als spiele Braveheart nicht mehr in Schottland, sondern in dem wesentlich interessanteren Setting Afrikas.

Obendrein bereitet es große Freude, Viola Davis' subtiles Schauspiel zu beobachten. Nuanciert verleiht sie der nach außen hin stets starken und unnahbaren Nanisca eine gravierende emotionale Tiefe, gerade in dem Zusammenspiel mit Thuso Mbedu. Sicherlich erzählt The Woman King eine für den Rahmen eines Hollywood-Blockbusters in Teilen stilisierte Story, doch auf der anderen Seite verweigern sich Prince-Bythewood und ihr Team einem klassischen Happy End, was dem Film sehr zugute kommt.

The Woman King macht insgesamt großen Spaß und lässt kaum Wünsche offen, sodass es für den Film zu insgesamt 8 von 10 Agojie-Kriegerinnen reicht.




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