Q-Währung: Der neue Bitcoin

Q-Währung: Der neue Bitcoin

"Think of it as a free lottery ticket"

Der neueste Internethype hat auch Deutschland erreicht. Innerhalb von nur fünf Monaten machen bereits vier Millionen Menschen aus mehr als 180 Ländern mit und haben sich die sogenannten Q-Münzen der Initiative Q geholt – und das obwohl die Währung noch nicht einmal konkret auf dem Markt ist.

Der ehemalige Paypal-Mitarbeiter Saar Wilf und der Ökonom Lawrence Wright haben im Juni 2018 ein neues Zahlungsystem entwickelt: die Initiative Q, die aber noch in den Kinderschuhen steckt.


Wie funktioniert's?

Wer Q-Münzen erhalten will, bezahlt mit seinem Namen und der E-Mail-Adresse und muss kein reales Geld ausgeben. Einmal angemeldet, kann man zusätzlich fünf weitere Personen mit einem Code einladen und bekommt dafür noch mehr Bonus-Qs – wenn man die Identität der Freunde bestätigen kann. Je früher man also dabei ist, desto besser und mehr Qs bekommt man auch.
Sonst gibt es keine Einschränkungen, jeder darf mitmachen.

Das löst auch das Henne-Ei-Problem vieler anderer Kryptowährungen wie dem Bitcoin:

“No buyer will join a new payment network with no sellers, and no seller will offer a new payment option that no buyer uses."

Schon bevor das Geld in Umlauf geht, gibt es eine universelle Akzeptanz und Resonanz - nicht nur einzelne Akteure haben investiert und bekommenso das größte Stück vom Kuchen.

Andererseits behaupten viele Kritiker, dass die Q-Währung ein Schneeballsystem sei und sich nur durch die weiteren Anmeldungen aufrechterhalte.

Ein Schneeballsystem meint, dass man Gewinne erzielt, indem man weitere Leute mit an Bord des Projekts zieht, was im Fall von Initiative Q stimmt – mehr Anmeldungen, führen zu mehr Einladungen, führen zu mehr Nutzern, die alle jeweils mit neuen Münzen bezahlt werden. Da jedoch nicht mit realen Werten gehandelt wird, verneint der Gründer Saar Wilf den Vorwurf, da ein Schneeballsystem darauf beruht, Geld zu vermehren. Es existiert aber kein konkretes Produkt, die Qs haben noch keinen realen Wert. Der Wert wird dadurch erzeugt werden, dass Q als bessere Währung akzeptiert wird.
"The main issue with a pyramid scheme or a Ponzi scheme is that people earn money at the expense of other people who earn money. That is basically a scam. Q does not take money from users. You only gain Qs by joining and bringing in friends, by the fact that everyone joins, and there’s a large base of support, and then the currency gains value. There is no money being changed from one person to another in the Q network"

Was soll denn erreicht werden?

Die Initiative Q bestehe nur aus einer Idee, eine weltweite Geldeinheit zu erfinden, die peer-to-peer läuft – von Person zu Person und nicht über eine Bank (wie beim Euro). Die Gründer wollen die neuste Technologie nutzen und ein preiswertes Bezahlungssystem schaffen, dass beispielsweise über eine App laufen könnte und mit der man auch in der Realität zahlen kann.

Das schreit ja nach Cyber-Kriminalität!

Auch dagegen sollen verschiedenste Verifizierungen helfen, von Gesicht – und Fingerabdruckserkennung bis zu Freunden eben. Falls das ganze Projekt in die Hose geht, hat die Initiative darüber hinaus versprochen, die ganze gesammelten Datenmenge zu löschen.

Trotzdem bleibt der Umgang mit den eigenen Daten ein heikles Thema:

 "Das Big Business im Internet sind die Daten. Das unterschätzen viele Nutzer", sagt Finanzexpertin Hönig in der ZEIT.

Durch den Hype in den sozialen Medien erfahren auch immer mehr Menschen davon und melden sich an – man will nicht den nächsten Finanzcoup verpassen. Viele vergessen eben, was mit ihren Daten passiert und wie sensibel man mit seinen eigenen Daten umgehen sollte. Millionenschwere Netzwerke wie Facebook finanzieren sich nunmal auch nur durch ihre Nutzerdaten...

Wer sich das ganze selber mal anschauen will, kann sich auf der Website selber eine Meinung zur neuen Kryptowährung bilden.

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