Scoobert Doobert bei egoFM

Scoobert Doobert bei egoFM

Das Interview mit Julian

Scoobert Doobert aus Encinitas, Kalifornien war virtuell zu Gast bei egoFM Julian. Zusammen haben sie über Einbrüche in Kirchen, die perfekten Burritos, Pokémon und natürlich über Scooberts Musik gesprochen.

Sag uns, welches Pokémon du wählst - wir sagen dir, wer du bist

Dass der Musikgeschmack quasi einem Persönlichkeitstest gleich kommt, wurde ja schon wissenschaftlich bewiesenDeswegen stellen wir jetzt eine neue Theorie auf - Persönlichkeitspfrofile anhand von Starter-Pokémon. Das ist bei Scoobert Doobert ganz klar Glumanda. Das Feuer-Pokémon ist am Anfang des Spiels vielleicht nicht unbedingt das einfachste, um schnell weiter zukommen - aber verdammt, am Ende wird mit Glurak ein verdammter Drache draus - ein Drache! Vielleicht lassen sich hier auch parallel zu Scoobert Dooberts musikalischer Laufbahn ziehen - der hat nämlich auch nicht einfach den Weg des kleinsten Widerstands gewählt, sondern sich über Jahre hinweg immer tiefer in seine Musik und in verschiedene Instrumente reingefuchst. Und das hat sich gelohnt...
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Zeit zum Perfektionieren

Letztes Jahr war Scoobert Doobert die meiste Zeit zuhause in San Diego, pandemiebedingt meistens drinnen. Dadurch hatte er auch viel Zeit, um sich musikalisch weiter zu entwickeln, produktiv zu sein und seine Skills zu verbessern.
"I really worked on bass guitar and that has kind of been my whole pandemic. I just have been playing as much as possible. And now it's starting to grow, and I'm trying to share it more with the world." - Scoobert Doobert
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Generell haben die Auswirkungen der Pandemie dazu geführt, dass sich Scoobert Dooberts musikalisches Schaffen noch mehr konzentriert. Er wacht quasi jeden Tag auf und kann nicht nicht Musik machen - schon ein bisschen wie eine Sucht, meint er. Früher war Musik für ihn etwas, dass er gemacht hat. Seit der Pandemie ist Musik wieder etwas, was er ist. Und dafür ist er dankbar. 

Wenn Scoobert Doobert dann gerade nicht fleißig Musik macht und Bass übt, schaut er gerne Basketball, ist viel draußen in der Natur unterwegs, verfeinert seine Burrito-Rezepte und kostet die Marihuana-Legalisierung in Kalifornien aus. Das hat natürlich auch Einfluss auf seine Musik.
"I'm not trying to make music now that is too angsty — I want it to feel honest and open. But I also want to be a good Soundtrack for a place like San Diego. Where you can play it, walk on the beach, hang out with your friends and through it on the radio, and it feels at home." - Scoobert Doobert



Zum multiinstrumentalen Talent auf Umwegen

Apropos angsty music: Musikalisch hat Scoobert Doobert seit seinen Teenie-Jahren eine Hundertachtziggradwende hinter sich. Damals war er nicht unbedingt ein Freund von (Psychedelic) Funk wie jetzt, sondern fühlte sich eher im Metal zuhause. Iron Maiden, Judas Priest und später auch Progressive Metal. Trotzdem - ein bisschen hört man diese frühen Einflüsse noch heute in seiner Musik. Seine musikalische Neufindung hat auch ein bisschen was damit zu tun, dass er mehr oder weniger gezwungen war, als Bandmusiker zum Solo-Multiinstrumentalisten zu werden. 
"My friends, they moved away from San Diego to go to college, and I was kind of the one that stayed in town. And as they moved away, I had to start learning their instruments, so that I could continue to play. And that's when I started to learn to produce, and I was basically jamming to myself and laying it down. And at a certain point everything started to elevate — and I think you can hear it in my back catalog — of a moment where it all started to make sense. And all of a sudden I was a decent enough drummer, bassist, guitarist, keyboard-player, songwriter, singer producer, engineer." - Scoobert Doobert

Jetzt ist Scoobert Doobert ausschließlich solo unterwegs und findet das eigentlich auch ganz befreiend - obwohl er auch noch gern Kollaborationen mit Freund*innen macht. Das Schöne am Solokünstler-Dasein, meint Scoobert Doobert, ist, dass man nicht das Problem mit der Kommunikation hat. Wenn er einen Song oder einen Rhythmus im Kopf hat, kann er die Instrumente einfach nach und nach genau nach seinen Vorstellungen einspielen. Bei einer Band mit einzelnen Musiker*innen ist das dann doch ein bisschen aufwendiger, gerade wenn es darum geht das Gesamtkonzept zu besprechen und gemeinsam umzusetzen. Außerdem hat Scoobert Doobert dabei in den letzten Jahren gemerkt, dass er seine Leidenschaft für die Musik durchaus in einen Fulltimejob wandeln könnte.



Not macht erfinderisch - die Sache mit der Kirche

Ja, stimmt tatsächlich - Scoobert Doobert ist in jungen Jahren regelmäßig in eine Kirche eingestiegen - allerdings nicht um Instrumente zu klauen, sondern einfach um einen Ort zum Spielen zu haben.
"We didn't have places to play. I would play in my garage and the cops would come all the time because I'm in this suburban area, it's a big canyon and everyone would her it — and I hated playing with the garage door closed. It sounded like shit. So I started to find out there the keys were kept for churches. And we would sneak in late at night and play for hours and hours and hours on their pa system — because it was already to go and nobody was near these churches. It was far enough away that none would be able to tell…" - Scoobert Doobert

Aufgeflogen ist das Ganze dann eines Tages, als Scoobert Doobert und ein Kumpel aus Neugier vorsichtig an der Kirchenglocke läuteten. Wenn so eine Kirchenglocke erst mal Schwung hat, läutet sie natürlich auch eine Weile - und zwar laut. Das bekamen dann doch ein paar Leute von der Kirche mit. Wegrennen war leider nicht, denn die beiden hatten ihr eigenes Equipment dabei. Das war dann das Ende der Kirchen-Jam-Zeit.



Eine kleine Umarmung

Eigentlich sollte die Little Hug erst am 30. April veröffentlicht werden. Scoobert Doobert entschied sich jedoch dafür, die EP schon zehn Tage früher über YouTube rauszuhauen - unter anderem auch als Soundtrack für den 420.
I released it as a visual album where it's a continues music video. And I'm trying to think of my music almost kind of like something you can binge — like a Netflix show. So if you discover me, and you like a song, then you can go on YouTube and [be] like 'Hey, there's a 22-minute sitcom-lenght album that I can just sit down and watch it'." - Scoobert Doobert



Das animiert tatsächlich ein bisschen, sich einfach mal hinzusetzen, Kopfhörer zu schnappen und eine ganze EP durchzuhören. Ein kleines Event draus machen - wie in den 60er und 70er und in Zeiten der Schalplatte. Macht man in Zeiten von Spotify und Playlisten ja leider nur noch selten. Von daher: eine ziemlich gelungene und sehr schöne Idee, dieses feeling wiederzubeleben.... 
"Initially I feel like — oh, this is a bad thing. Because, you know, all the moral problems that Mark Zuckerberg and his empire bring to the world. But then you have the other side, and it's like 'okay, how do you turn this into an opportunity?' A fun, new way to experience music — in a richer experience. And that's what I'm trying to do at least." - Scoobert Doobert

Der Name bei der EP - und der des kommenden Albums Big Hug - ist übrigens Programm.

Die Songs sollen den Hörer*innen helfen, durch die Pandemie und die Umstellung danach zu kommen. Nicht einfach nur zuckersüße, oberflächliche Gute-Laune-Musik (auch wenn wir das trotzdem manchmal brauchen), sondern ein Ort, ein Album, an dem man emotionale Unterstützung bekommt - ein Album, das sich beim Hören eben wie eine Umarmung anfühlt.



2021: Willkommen im Scoobertvers

Ansonsten hofft Scoobert Doobert, dieses Jahr endlich live spielen zu dürfen.
"I worked on — with my team — a lot of ideas, and we actually have a virtual version of the live set. That we're going to drop it at some point. It's all 3-D rendered and really sick. [...] My goal was for it to feel like you're inside a window screen safer from the 90s. And that's, what we're crating — it's this virtual — almost like a VR experience, there you're dropped into this kind of screen safer world with me, and I'm playing all the instruments live to tape. [...] I'm stacking on top of each other, but it's all me live in a way, that I wouldn't be able to do in the real world. So I'm hoping to take that, turn it into a real world-thing and then… start playing!" - Scoobert Doobert

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