Sam Fender - Seventeen Going Under

Sam Fender - Seventeen Going Under

Alben, die alles ändern

Wir stellen dir die wichtigsten Indie- & Alternative Alben von egoFM Musiker*innen vor, die du gehört haben solltest.

Am 8. Oktober 2021 wurde Seventeen Going Under von Sam Fender via Polydor veröffentlicht.
  • Sam Fender - Seventeen Going Under
    Alben, die alles ändern

Was das Werk so besonders macht

Die Jugend ist die schönste Zeit im Leben - und auch mit Abstand die verstörendste: Man kämpft sich durch Unsicherheiten, Gruppenzwänge und hat ständig Angst, irgendwas falsch zu machen. Angeblich soll man ja gerade die beste Zeit seines Lebens haben und trotzdem fühlt man sich einfach nur beschissen. 

Kein Wunder also, dass man sich immer noch mit der Jugend rumschlägt, auch wenn man ihr eigentlich schon lang entwachsen ist: Sam Finder taucht mit seinem zweiten Album nochmal tief ein. Seventeen Going Under ist seine Abrechnung mit dem Aufwachsen.


Der Brite war ja sowieso schon dafür bekannt, in seinen Texten schmerzhafte Realitäten anzusprechen.

Von dieser Stärke hat Sam Fender nichts verloren. Schon der Titeltrack macht deutlich, wie schwer so manches Trauma aus der Jugend noch nachwirkt. Sam singt von Schlägereien am Strand - wie sehr die Wut und der Frust immer noch nachhallen.

Sam blickt ziemlich schonungslos auf seine Jugend, aber zwischen aller Bitterkeit sieht er doch auch noch die positiven Punkte. Zum Beispiel wie er trotz allem Stress doch noch die Beziehung zu seinem Vater auf eine erträgliche Ebene bringen konnte

Das Seventeen Going Under kein rein düsteres Album geworden ist, liegt auch am Sound.

Der schreit geradezu nach Bruce Springsteen. Die Songs hauen sich in epische Höhen auf, Klaviertöne dringen durch die Gitarrenwände und darüber jault Sam fast schon wieder Boss höchstpersönlich. Das mag vielleicht überdramatisch wirken, aber eigentlich passt der Sound geradezu perfekt, denn in der Jugend wirkt alles größer und dramatischer und die Traumata tun so viel mehr weh. Da ist ein komplett übertriebenes Saxophonsolo plötzlich sogar genau das Richtige...


Mit Seventeen Going Under zeigt Zermatt schon zum zweiten Mal, warum ihm die Zukunft des britischen Rock'n'Rolls gehört. Seine Songs sind weit weg von Pseudo-Verletzlichkeit. Man fühlt sich beim Hören so, als würde man an der Bar sitzen, während ein guter Freund sich seinen Frust von der Seele redet, nur um danach zusammen darauf anzustoßen, dass man den ganzen Kram überstanden hat.



Musik, die alles ändert

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