Was bedeutet der Brexit für Musiker*innen?

Was bedeutet der Brexit für Musiker*innen?

Und wie geht's überhaupt weiter?

Die Situation in Großbritannien ist seit der Abstimmung über den Brexit Deal am Dienstag - kann man nicht anders sagen – chaotisch. Weder die Politiker*innen noch die Briten selbst scheinen eine Ahnung zu haben, was als nächstes passiert.

Das Misstrauensvotum im Parlament hat Theresa May überstanden – Neuwahlen (wie die Opposition es gerne gehabt hätte) wird es also erstmal keine geben. Denn Theresa May hat gestern Abend nach dem Misstrauensvotum in einer Rede noch einmal bekräftigt, den Willen des Volkes – und das sei der Brexit – durchzusetzen.
Jetzt muss sie am Montag einen Plan B für Großbritanniens Austritt aus der EU im britischen Parlament vorlegen. Wie der genau aussehen wird, weiß noch keiner. Aber eine Sache scheint relativ klar: einen No-Deal-Brexit, also einen Austritt ohne Vertrag, will niemand. Deswegen hoffen viele proeuropäisch eingestellte Politiker*innen und natürlich Bürger*innen auf ein zweites Brexit-Referendum.

Es bleibt also spannend für UK und EU




Schon vor zwei Jahren haben wir viele unserer egoKünstler zu ihrer Meinung in der Brexit-Debatte gefragt. Und der Tenor: Remain war und ist die einzige sinnvolle Option für sie.

Bands wie alt-J, Honne, Sleaford Mods, die Glass Animals haben eine klare Position gegen den Brexit und für Europa:

"Wir haben unsere Verbindung zur EU verloren. Es fühlt sich aber viel mehr an, als wären wir von Europa und den Menschen isoliert. Alles hängt von einer Partei ab, die noch sehr lange an der Regierung sein wird und wir sind ihr hilflos ausgeliefert" - Jason Williamson, Sleaford Mods.

"Der Gedanke, uns von Europa zu isolieren, kam mir damals lächerlich vor. Nach dem Referendum wurde er leider zur absoluten Möglichkeit" - Damon Albarn

Damon Albarn, Sänger der Gorillaz, von Blur und The Good, The Bad & The Queen hat mit letzterer Band Ende 2018 den Song "Merrie Land", einen Abschiedsbrief an seine Heimat in den Zeiten des Brexit, veröffentlicht. 
Zu den aktuellen Entwicklungen dieser Woche schreibt Gus Unger-Hamilton, der Keyboarder von alt-J:


Auch er ruft Premierministerin May auf, nochmal zurückzurudern und den Brexit lieber zu canceln. Eine leise Hoffnung, die (bis gestern Abend) wahrscheinlich durch so einige Köpfe geschwirrt ist.

Wenn der Brexit wirklich kommt

…wird er sehr wahrscheinlich auch Auswirkungen auf Musiker haben, die für manche Bands ein Riesenproblem werden können.

Die britische Musikindustrie fürchtet vor allem negative Folgen für Konzerte und Tourneen im Ausland. Britische Künstler müssten bei der Organisation mit Mehrkosten, Papierkram und höheren Steuern auf Künstlerhonorare rechnen.

Für die großen Namen erstmal kein Problem, aber vor allem kleineren Bands, Newcomer*innen und Indies, könnte das einen fetten Strich durch ihr Vorhaben machen, auch außerhalb Großbritanniens Konzerte zu spielen. UK würde andersrum vermutlich auch für Bands aus der EU weniger attraktiv werden. Weniger Konzerte, höhere Steuern – würde auch bedeuten, dass die britische Musikindustrie als eine der wichtigsten der Welt massiv an Umsätzen einbüßen müsste.

Deswegen setzt die sich schon seit bekannt werden des Brexits bei Politikern für eine Reisefreiheit von Künstler*innen nach und von Großbritannien ein.



Jetzt ist der Brexit-Deal von Theresa May aber erstmal im Parlament gescheitert. Was ein neuer Deal, ein Plan B, für Europa und die Musikindustrie bedeuten wird? Auch wir bangen weiter mit unseren egoKünstlern... und hören sie rauf und runter. Falls du das auch machen willst - hier hast du eine Playlist.

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