Diese kuriosen Dinge sind schon im Müll gelandet

Diese kuriosen Dinge sind schon im Müll gelandet

Von Filmklassikern und Bitcoins

Von  Felix Brandelik
Nicht selten wird aus Versehen etwas entsorgt, was man vielleicht doch noch gebraucht hätte.


Bye Bye Bitcoin

Wir schreiben das Jahr 2013, im Radio läuft Avicii und es ist Zeit, die eigenen vier Wände mal wieder auf Vordermann zu bringen. Der Waliser James Howells mistet sein Arbeitszimmer aus und im Müllsack landen ein paar Kabel, eine kaputte Computermaus und eine alte Festplatte. Am nächsten Tag bringt seine Freundin den Müllsack zur lokalen Mülldeponie in Newport und damit auch rund 840 Millionen Euro, denn auf der Festplatte ist der Schlüssel zu 8.000 Bitcoins. 

Seitdem versucht er irgendwie, diese Festplatte wiederzufinden. Das Problem an der Sache: Die Stadt Newport hat gar keine Lust darauf, ihre Deponie für eine gigantische Schatzsuche herzugeben. Mehrere Anträge und Gerichtsverfahren haben daran auch nichts geändert. Die vermeintliche Lösung? Wenn er den Schatz im Müll nicht suchen darf, dann kauft er halt den ganzen Müll! Tatsächlich hat James Howells mehrere Investoren aufgetrieben, um die Mülldeponie einfach zu kaufen. Die hätten dann ein Stück vom Bitcoin Kuchen abbekommen, wenn er denn die Festplatte gefunden hätte. Aber der Plan ist mal wieder an der Stadt gescheitert: Die Mülldeponie steht nicht zum Verkauf. Und so schlummern hunderte Millionen Euro immer noch auf einer Festplatte irgendwo unter Bananenschalen, kaputten Toastern und ausrangierten Sofas. 

Bis zum Mülleimer und noch viel weiter!

Wir schreiben das Jahr 1998, die Backstreet Boys stürmen die Charts, Tamagotchis piepen im Schulranzen und bei Pixar arbeitet ein Team an einem Film, der später ein absoluter Klassiker wird: Toy Story 2. Aber fast hätte es diesen Film nie gegeben. Der Film war schon fast fertig, ein Mitarbeiter sitzt an Computer, klickt sich durch die Dateien und löscht aus Versehen 90 Prozent der Animationsdateien vom Firmenserver. Innerhalb paar Sekunden ist alles weg: Figuren, Szenen, Animationen – monatelange Arbeit landet einfach im Papierkorb und kann nicht mehr wiederhergestellt werden. 

Um das Ganze einfach nochmal neu zu machen, hätte es über 30 Leute und mehr als ein ganzes Jahr gebraucht. Wer den Film dann doch rettet: Ein Baby. Und zwar das von Galyn Susman, der technischen Direktorin, die genau wegen ihrer Babys von zuhause aus arbeitet. Mit eigenem PC und einer Sicherheitskopie des Films. Eingepackt wie der spektakulärste Fund der Welt in Luftpolsterfolie und unter strenger Bewachung holen die Kolleg*innen den Computer bei ihr ab. Und so konnten Woody, Buzz Lightyear und ihre Freunde nicht den Gefahren des Films entkommen, sondern auch dem Papierkorb.
  • Bye Bye Bitcoin
    Aus Versehen im Müll
  • Bis zum Mülleimer und noch viel weiter!
    Aus Versehen im Müll
  • Der perfekte Song
    Aus Versehen im Müll
  • Das ist Kunst das kann weg
    Aus Versehen im Müll

Der perfekte Song

Es ist 1980 und seit Monaten tüfteln Steely Dan an einem neuen Album. Seit Wochen dreht sich alles nur um einen Song: "The Second Arrangement". Alles muss sitzen, Steely Dan sind bekannt dafür, an ihren Aufnahmen so lange rumzuschrauben, bis wirklich alles perfekt klingt. Aber den Song gibt's nicht, denn die Aufnahmen sind weg. Ein Assistent im Studio hat aus Versehen das Masterband überschrieben. 

Also nochmal ins Studio, nochmal alle Instrumente aufnehmen, nochmal alles neu einsingen. Aber irgendwie ist es nicht gut genug für Steely Dan. Deshalb wurde der Song nie offiziell veröffentlicht und hat sich zu einer Legende unter den Fans entwickelt. Aus Fragmenten der Aufnahme haben sich Fans über Jahre verschiedene Versionen zusammengebastelt. Und was ist aus dem Assistenten geworden? Naja es gibt Fehler im Job, nach denen holt man sich einfach einen Kaffee. Und dann gibt es Fehler, über die Musikfans noch vierzig Jahre später sprechen.

Das ist Kunst das kann weg

Beim Ausmisten kann genau ein Satz gefährlich werden: "Klar, kann weg". In der niederländischen Gemeinde Maashorst verschwinden auf die Weise beim Umzug des Rathauses 46 Kunstwerke, darunter auch eine Arbeit von Andy Warhol. Die Werke waren während des Umbaus offenbar teilweise im Keller gelagert worden.

Dort fehlten klare Zuständigkeiten, die Dokumentation war lückenhaft und irgendwann verschwanden die Kunstwerke vermutlich zusammen mit anderem Gerümpel. Die Ermittler kamen später zu dem Schluss, dass sie höchstwahrscheinlich als Sperrmüll entsorgt wurden. Womit die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg eindeutig mit Ja beantwortet werden kann.

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