Fans und ihre Facetten

Fans und ihre Facetten

Von Front Rows und heimlicher Schwärmerei

Von  Sabrina Luttenberger
Manche Fans stehen bei jedem Konzert in der ersten Reihe, andere wiederum halten ihr Fan-Dasein am liebsten komplett geheim.


Verschiedene Fan Typen



Die Sammler*innen

Der Albtraum: Eine Lücke in der Sammlung, ein freier Fleck! Nicht aber bei diesen Fans, denn ob Sonderedition, Konzertshirts oder irgendetwas, was die Lieblingsband schon mal berührt hat – der Sammler braucht es alles. Vor allem für Platten, die es längst nicht mehr im Laden zu kaufen gibt, wühlt er sich stundenlang durch irgendwelche Verkaufsforen und versucht bei wildfremden Leuten, den besten Preis herauszuschlagen. Da kommt es auch schon das ein oder andere Mal vor, dass er gescammt wird und ein paar Euro verliert...

Aber: No risk, no fun

Denn Hauptsache die super seltene erste Pressung der allerersten Single auf Vinyl – von der es weltweit nur 20 Stück gibt – steht irgendwann im Regal. Auch winzigste Magazinausschnitte klebt der Sammler sorgsam in einen extra Ordner ein, laminiert sie und stellt sie zum Rest des Fan-Altars. Und je nach Größe der Sammlung braucht der auch irgendwann auch mehr Platz. Erst wenn die Fansammlung einem Museum gleicht, ist der Sammler zufrieden. Na ja… zumindest, bis die nächste Jubiläumsbox erscheint – denn die lässt er sich auf keinen Fall entgehen.

Die erste Reihe

Auf diesen Fan ist Verlass. Denn egal wo, egal wann, egal zum wievielten Mal, du kannst dir sicher sein: Er ist immer da! Also… in der ersten Reihe. Wäre es ein Marathon, dieser Fan würde immer zuerst über die Ziellinie flitzen. Das Ziel: Barrikade, Mitte, eh klar! Toporganisiert mit Traubenzucker, Müsliriegeln und Schlafsack ist das auch kein Problem.

Acht Stunden in der Kälte anstehen? Kein Problem! Drei Tage vor der Halle campen? Easy!

Keine Wartezeit ist zu lang, keine Reise zu weit. Selbst ans andere Ende der Welt fliegen und am Flughafen übernachten - denn Geld ist für ein Hotel nicht mehr drin - nur, um dann auch dort die Lieblingssängerin aus nächster Nähe performen zu sehen, logo!

Jetzt würden böse Zungen vielleicht behaupten "Einmal reicht, du hast doch das Konzert schon mal gesehen?" Ja, und? Oder wie oft hast du deinen Lieblingsfilm gesehen? Außerdem: ein paar Details sind bei den Konzerten ja schon jedes Mal anders – das weiß dieser Fan natürlich genau, schließlich steht er ja… immer in der ersten Reihe.
  • Die Sammler*innen
    Fans und ihre Facetten
  • Die erste Reihe
    Fans und ihre Facetten
  • Die delulus
    Fans und ihre Facetten
  • Die Heimlichen
    Fans und ihre Facetten
  • Die mit Fan-DNA
    Fans und ihre Facetten


Die Delulus

Der delusional (delulu) Fan ist jemand mit ziemlich wahnhaften Vorstellungen. Und in die ist die Person so tief versunken, dass sie da gar nicht mehr rauskommt – quasi ein bisschen wie manifestieren. Natürlich wird sie ihren Lieblingssänger irgendwann heiraten, natürlich hat er beim Konzert nur sie angeschaut, natürlich schreibt sie Fanfiction und damit ganze Kapitel darüber, wie sie wohl aussehen könnte, die Beziehung zwischen ihr und ihrem Idol. Denn dass es irgendwann daraus hinausläuft, da ist sich dieser Fan ganz sicher.

Okay, es geht auch weniger krass:

Es gibt auch die Fans, die immer noch Hoffnung haben, dass Oasis doch irgendwann wieder zusammenkommen. Und wer weiß, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ein bisschen delulu schadet ja nicht. 

Die Heimlichen

Zugeben würden sie es ja nie, denn sie haben einen Ruf zu verlieren. Immerhin sind sie eigentlich bekannt für ihren alternativen Musikgeschmack voller Künstler*innen, die niemand kennt. Und wenn sie dann abends nachhause kommen, die Tür hinter sich schließen und ihren Mantel der Coolness ablegen, erst dann können sie es so richtig ausleben: ihr heimliches Fan-Dasein.

Popmusik ist uncool? Das behaupten sie zumindest unter Leuten.

In der eigenen Wohnung sieht's schon ganz anders aus: Da wird dann die Guilty Pleasure-Playlist voller Popsongs angeschmissen, von denen sie sowieso alle auswendig können. Ganz vielleicht hängt sogar ein Poster - natürlich nur IM Schrank, damit es der Besuch nicht sieht. Und neben den eigenen vier Wänden gibt's noch einen Ort, an dem sie ganz sie selbst sein können: das Internet. Dort loggen sie sich auf ihrem top secret Fan-Account ein, auf dem sie anonym und offen über ihre Fan-Liebe sprechen können.

Wir würden die Person hinter dem Account @secretfan3000 am liebsten einfach nur in den Arm nehmen und sagen: Du musst dich nicht verstecken, es ist okay, Fan zu sein. Wir finden Taylor Swift auch ganz cool.

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Die mit Fan-DNA

Es ist ihr ganzes Leben, ihre Identität, es fließt quasi durch ihre DNA: Das Fan-Dasein. Jedes Outfit wird akribisch geplant, damit mindestens ein Kleidungsstück auf das Fantum hinweist. Im Freund'*innenkreis – wenn der nicht sowieso schon aus Gleichgesinnten besteht - sind sie bekannt als die Fans von xyz, was das Geschenke kaufen für sie massiv erleichtert. Und auch der Urlaub wird sorgfältig geplant und mindestens eine Woche pro Jahr für das Fan-Leben geblockt. Denn wenn die Lieblingsband auf Tour geht, eine neue Staffel der Lieblingsserie erscheint oder eine Convention stattfindet ist ja klar, dass sie da nicht im Büro sind und an ihrem Schreibtisch sitzen, der übrigens auch mit Fotos oder Figuren klar macht, dass da sonst ein waschechter Fan sitzt.

Aber: es geht NOCH einen Schritt extremer.

Manchen Fans reicht das nicht. Die Fan-Identität ist erst dann komplett, wenn sie aussehen wie ihre Lieblinge. Und zwar ganz genauso. Um jeden Preis. Das Fan-Dasein in der DNA – da haben wir wirklich nicht übertrieben.

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