Musikgeschichte des Jahres 1988

Musikgeschichte des Jahres 1988

Musikgeschichte in unter drei Minuten

So haben Sonic Youth, NWA und die Pixies das Musikjahr 1988 geprägt...

Die Welt 1988

George Bush Senior wird zum Präsident der USA gewählt, Steffi Graf schafft den Golden Slam, das Tollwood findet zum ersten Mal in München statt, Tetris wird veröffentlicht und Ödipussi von Loriot kommt in die Kinos.



Musik 1988

Frühjahr 1988: Quincy Jones macht sich daran, "Blue Monday" von New Order nochmal neu abzumischen. Der Song erscheint unter dem Namen "Blue Monday 1988" und ist bis heute die meist verkaufte 12 Inch Single aller Zeiten. 

14. März 1988: Morrissey hat sich von den Smiths getrennt und bringt mit Viva Hate sein erstes Album als Solokünstler raus. 

21. März 1988: In Zeiten von schillerndem Glamrock sehnen sich viele Gitarrenfans wieder nach ein wenig Bodenständigkeit, Dreck und Authentizität. Da kommen die Pixies genau recht, mit ihrem Debüt Surfer Rosa liefern sie den wichtigen Gegenpol. Surfer Rosa klingt so, als würde Sänger Black Francis zu einem ins Zimmer spazieren, die Gitarre einstöpseln und losspielen. Die Songs sind besonders geprägt von dynamischen Wechseln, mal ganz leise gesungen, dann wieder laut geschrieen. Grunge in seiner frühen Form. Der vielleicht bekannteste Song der Platte ist "Where is My Mind?". Und das, obwohl er nie eine offizielle Single war. Seine Bekanntheit verdankt er dem Film Fight Club von Kultregisseur David Fincher. Dort läuft "Where Is My Mind" in der eindrucksvollen Finalszene. Surfer Rosa von den Pixies steht für die Idee, dass Rock nicht zwangsläufig überlebensgroß und im Stadion stattfinden muss. Es geht auch ganz ohne Feuerwerk. 


18. Oktober 1988: Sonic Youth veröffentlichen ihr fünftes Album, ein Doppelalbum namens Daydream Nation. Es gibt mit dem Song "Teen Age Riot" sogar so etwas wie eine offizielle Single. 

September 1988: Bobby McFerrin veröffentlicht "Don't Worry Be Happy". In dem A-Capella Song singt er nicht nur alle Verse selbst, sondern imitiert auch mit seiner Stimme alle Instrumente selbst. 
 
8. August 1988: In Los Angeles, genauer gesagt im Stadtteil Compton, veröffentlichen DJ Yela, Arabian Prince, Dr. Dre, Eazy-E und Ice Cube gemeinsam ihr Debütalbum. Zusammen nennen sie sich NWA, und das Album kommt und heißt Straight Outta Compton. Bis zu diesem Zeitpunkt kommt Hip Hop eigentlich nur von der Ostküste der USA. Mit Straight Outta Compton verschieben NWA allerdings den Fokus in das sonnige Kalifornien, quasi in ihre Hood. Sie thematisieren das Straßenleben vor Ort, manchmal kontrovers und kritisch, meistens steht dann aber doch der Spaß im Vordergrund: Lifestyle, Frauen und Geld. Die Frühform des Gangsta-Rap, mit starken Funk Einflüssen. Der große Erfolg der Platte kommt dann aufgrund eines Skandals: Das FBI schreibt in einem offenen  Brief, dass man den Song "Fuck Tha Police" verbieten solle. Die Medien weltweit stürzen sich auf diesen Leckerbissen - und NWA werde für einen kurzen Moment der Geschichte genau das, was sie sein möchten: Staatsfeind Nummer 1. Straight Outta Compton ist aber auch ohne Skandale einfach eine der wichtigsten HipHop Platten aller Zeiten. Sie prägt auch heute noch ein ganzes Musikgenre. 



Randnotizen der Musikgeschichte

Am 19. Juli tritt Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Es ist das größte Konzert der Geschichte der DDR.



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