Die größten Flops aus 'Die Höhle der Löwen'

Die größten Flops aus 'Die Höhle der Löwen'

Pleiten, Pech und Pannen

Von  Sabrina Luttenberger
Jedes Jahr sprießen zig neue Unternehmen und Start-ups aus dem Boden. Alle haben sie den Traum vom Millionendeal. Inspiration dafür gibt’s in der Gründershow 'Die Höhle der Löwen'. In mittlerweile 14 Staffeln sind einige der Teilnehmer*innen dadurch tatsächlich ziemlich erfolgreich geworden. Es gibt aber auch einige Produkte, die sich dort als riesiger Fail entpuppt haben...




Die Pinky Gloves

Manchmal ist man von seiner eigenen Idee so überzeugt, dass man gar nicht hinterfragt, ob wirklich alles so durchdacht ist. So gings auch André und Eugen. Als sie ihre Pinky Gloves vorstellen, sind sogar die Investor*innen erstmal begeistert. Der Pinky Glove – ein pinker Handschuh, mit dem man diskret sein Menstruationsprodukt entsorgen kann.

Kurz nach dem Pitch steht der Deal - 30.000 Euro!

Dann wird die Folge allerdings ausgestrahlt. Und André und Eugen merken langsam: vielleicht war das Ganze doch nicht so schlau. Unter dem Hashtag #pinkygloves folgen tausende Tweets, die das Produkt als umweltunfreundlich, überflüssig und sexistisch abstempeln. Ein riesen Shitstorm entsteht. Denn das größte Problem: Die Pinky Gloves – natürlich müssen sie pink sein, eh klar – stigmatisieren mal wieder die Menstruation, die doch so langsam gerade endlich enttabuisiert wird. Die beiden Gründer entschuldigen sich.
"Aus unserer Sicht sollte die Menstruation und alles rund um das Thema heutzutage schon lange kein Tabuthema mehr sein. Wir wollten niemanden verärgern oder verletzen, verstehen aber jetzt, dass wir nicht alles optimal rüber gebracht haben." 

Nach einer Welle der Entrüstung verschwinden die Pinky Gloves dann recht schnell wieder aus den Drogeriemärkten und die Gründer beenden das Projekt. Schaut man übrigens heute auf die Website pinkygloves.de, findet man Tipps für den perfekten Businessplan. Den hätten André und Eugen vielleicht auch mal aufstellen sollen.


Noch mehr Gründe, warum das Produkt Pinky Gloves ziemlich misslungen ist, gibt's hier. 

Die Strahlenschutzunterhose

Schlaf nie direkt neben deinem Handy! Mach es in der Hosentasche unbedingt in den Flugmodus! Oder: über Nacht den WLAN Router am besten ausschalten! Das sind nur einige der Tipps, die gegen Strahlung helfen sollen. Die Risiken: Krankheiten oder Unfruchtbarkeit. Um sich davor zu schützen, haben Gründer Richard und Constantin noch einen Vorschlag: Schutzkleidung. Eng anliegende Schutzkleidung. Die Strahlenschutzunterhose.

Die Unterhose Silverton soll durch einen speziellen Stoff und Silberfäden vor schädlicher Strahlung schützen.

Im ersten Moment sind die Löwen begeistert. Die Gründer erklären auch, dass das alles mit Studien gut belegt ist. Doch dann haken die Investoren genauer nach. Und so wird aus den angeblich gut belegten Studien schnell ein großes Fragezeichen. Denn genaue Fakten - weder Zahlen, noch die Namen des Instituts oder der Studienleiter - haben die Gründer nicht. Letztendlich kommt deshalb auch kein Deal zustande. Wir haben zwar jetzt keine Tipps gegen Strahlung. Aber ein Tipp, den wir noch aus der Schule wissen: Ein Beweis wäre für eine Behauptung vielleicht ganz hilfreich.
  • Die Pinky Gloves
  • Die Strahlenschutzunterhose
  • Der Pannenfächer
  • Die Superfood-Cracker
  • Das smarte Kissen


Die Superfood-Cracker

Endlich Feierabend und Zeit, die aktuelle Lieblingsserie zu bingen. Und obwohl wir eigentlich satt sind, ne Tüte Chips geht immer! Nur wenn die mal leer ist – bereuen wir es doch immer ein bisschen. Weil so wirklich Hunger hatten wir eigentlich eh nicht und gesund wars ohnehin nicht. So eine gesunde Chips-Alternative, das wär doch was! Snacken ohne schlechtes Gewissen versprechen Jannis und Alexander mit ihren AHO Crackern aus Superfood. Bio, vegan und plastikfrei.

Die Basis ist ein 2000 Jahre altes Rezept aus sonnengetrockneten Getreidesprossen.

Da sind die Investor*innen neugierig und wollen natürlich gleich mal probieren. Hätten sie vielleicht mal lassen sollen - das Fazit: Bitter, sehr trocken, schmeckt nicht.

Egal wie bio, vegan oder plastikfrei es ist und wie sympathisch die Gründer sind - schmecken sollte es vielleicht schon. Letztendlich kommt es also auch zu keinem Deal. Immerhin: Unterkriegen lassen sich die jungen Unternehmer trotzdem nicht. Ein 2000 Jahre altes Rezept kann man ja auch mal überarbeiten.


Der Pannenfächer

Endlich steht der langersehnte Urlaub an und es geht auf einen Roadtrip Richtung Süden. Aber dann: Horrorszenario: auf einmal bleibt das Auto liegen. Jetzt ganz wichtig – das haben wir schon in der Fahrschule gelernt – erstmal das Warndreieck aufstellen. Das Problem: Dann wissen die anderen Autofahrer*innen zwar, dass etwas, aber nicht was passiert ist. Und hier kommt Familie Kaulartz ins Spiel. Mit ihrem Pannenfächer. Er ist gelb und hat fünf verschiedene Botschaften wie "Brauche Benzin", "Brauche Diesel", "Brauche Hilfe", "Achtung Unfall" oder "Hilfe kommt".

Ziemlich praktisch eigentlich. Das denken sich auch die Investor*innen und schlagen einen Deal von 75.000 Euro vor.

Kurz nach der Show ist der Fächer dann auch schon erhältlich. Für schlappe 39,90 Euro! Für diesen Preis ist er dann doch nicht mehr ganz so praktisch. Bis heute stapeln sich die Fächer in den Läden, mittlerweile zum Spottpreis für einen Euro. In manchen Geschäften gibt's dafür sogar vier Stück! Mit Panne meinte die Familie eigentlich etwas anderes...


Das smarte Kissen

Es wäre so schön, einfach mal eine Nacht durchzuschlafen. Wäre da nicht ständig dieses nervige Piepsen im Ohr… Menschen mit Tinnitus wissen: Stille ist… nie wirklich Stille. Ein Münchner Start Up stellt in Die Höhle der Löwen deshalb ein Gadget vor, mit dem es sich ganz in Ruhe schlafen lässt:

Tinus – ein smartes Klangkissen, das das Einschlafen erleichtert.

Die Investor*innen sind angetan und schlagen einen Deal von über 300.000 Euro vor. Aber nur unter der Bedingung, dass das Kissen billiger wird. Ursprünglich kostet es nämlich 800 Euro. Doch zu einer Verhandlung kommt es gar nicht, somit kommt auch kein Deal zustande. Denn: nach der TV-Aufzeichnung tauchen die beiden ab. Noch bevor die Sendung überhaupt ausgestrahlt wird, gibt es das Unternehmen schon gar nicht mehr – es ist insolvent. Nicht einmal 100 Kissen hat Tinus verkauft. Wundert uns eigentlich, bei dem Schnäppchenpreis von 800 Euro!


Kannst du dich an besonders gute oder schlechte Produkte aus Die Höhle der Löwen erinnern? Schreib's uns an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per WhatsApp an 089/360 550 460

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