Nina FIVA Sonnenberg im egoFM Talkradio

Nina FIVA Sonnenberg im egoFM Talkradio

Über die Kunst, im richtigen Moment einfach loszulassen.

Von  Dominik Kollmann
"Das Herz, ein Wolf" heißt der erste Roman der Künstlerin, Moderatorin und Rapperin.

Ein Abschied zwischen Tragik und Leichtigkeit

Die Künstlerin, Moderatorin und Rapperin (Fiva) Nina Sonnenberg hat ihren ersten Roman veröffentlicht: "Das Herz, ein Wolf". Der Plot ihres Debütromans führt an einen Ort, an den wenige freiwillig blicken: eine Palliativstation. Acht Tage lang wartet die Protagonistin Nele dort auf den Tod ihres Vaters Bernd Kastner – einem recht eigenwilligen Mann, der selbst im Krankenhaus erst einmal flucht und nach einem kalten Bier verlangt.

Dass daraus kein schwermütiger Wälzer geworden ist, war Nina Sonnenberg ein Herzensanliegen:

"Ich wollte mal wieder ein Buch haben, was mir auch eine gewisse Leichtigkeit gibt, das vielleicht schwere Dinge auch leicht beschreiben kann. […] Ich hatte so viel Freude beim Schreiben, wie schon lange nicht mehr bei einem Projekt." – Nina FIva Sonnenberg

Dabei war es anfangs gar nicht so leicht, das Thema bei Verlagen unterzubringen. Die Skepsis war groß, ob Leser*innen über den natürlichen Tod lesen wollen. Für Nina ist es jedoch essenziell, das Sterben zurück ins Leben zu holen:

 "Wir sollten den Tod so dringend ins Leben zurückholen, denn das macht das Leben lebenswerter. […] Wenn wir den Tod nicht noch mehr reinholen, dann vergessen wir den und dann machen wir vielleicht auch manchmal Dinge, die der Welt und uns nicht guttun, weil wir denken, wir hätten für immer Zeit"

Das Vererben von Familienmacken

Neben dem Abschied am Krankenbett beleuchtet »Das Herz, ein Wolf« vor allem die Dynamik einer Familie, in der Ungesagtes oft lauter wiegt als jedes Wort. Es geht um Marotten, Ticks und Traumata, die unbewusst von Generation zu Generation weitergegeben werden:
"Ich bin natürlich schon auch eine Tochter von Nachkriegseltern […]. Und ich glaube, dass sich das alles vererbt. Und ich glaube, wenn wir darüber nicht sprechen und das auch nicht mit einem gewissen Humor begegnen, wird sich nicht viel verändern"

Sogar das familiäre Schweigen bekommt im Buch eine ganz eigene Gestalt. Es schlängelt sich wie eine schüchterne, eigene Person um die Beine oder klebt an der Wand. Da Nele mit ihrem Vater nicht mehr sprechen kann und tiefgründige Gespräche in der Familie früher ohnehin meist in Vorwürfen geendet hätten, wurde dieses »Gespräch« zur schimmernden Metapher für die familiäre Sprachlosigkeit.

 

Eine Mutmach-Botschaft an alle Töchter und Söhne

Gedruckt ist das Buch mit der Widmung »Allen Töchtern. Für alle Söhne.« Nina Sonnenberg möchte denjenigen Mut machen, die ihre Eltern beim Altwerden begleiten müssen. Man müsse in diesen Momenten nicht unzerbrechlich sein:
"Man muss gar nicht unbedingt stark sein. Ganz oft gelingt das überhaupt nicht, stark zu sein. Wir müssen es probieren und so gut machen, wie wir können. […] Man sollte nie vergessen, sich selbst so viel Gutes zu tun in der Zeit, wie es nur geht. Mild sein mit sich"
Alle Tourtermine der Lesetour und Tickets gibt es hier.

Das gesamte Interview mit Nina FIVA Sonnenberg gibt es hier und überall dort, wo es Podcasts gibt.

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