Wie laut ist Deutschland?

Wie laut ist Deutschland?

Das will die Initiative Good Hearing herausfinden

Leben wir etwa in der Bundesrepublik Noiseland? #HIERGEHÖRT will die Lautstärke in deutschen Großstädten sichtbar machen.

Einmal mit verschlossenen Augen durch die Stadt gehen - was würdest du dabei hören? Autos auf der Straße, das Piepen eines LKW im Rückwärtsgang, die Schritte eines anderen Menschen neben dir, das Rauschen der Blätter in den Bäumen, das Klirren eines Löffelchens im Cappuccino in einem nahen Café... Die Welt ist voller Geräusche! 

Doch all dieser Lärm ist nicht gesund, im Gegenteil: Er ist schädlich und macht krank.

Im Club oder im Konzert ohne Ohropax direkt neben den Boxen zu stehen ist natürlich nicht gut (jaja Mama, wissen wir ja). Entscheidend ist aber nicht nur die Lautstärke, sondern vor allem die Dauer. Welche/r Hörtyp*in du bist, kannst du hier herausfinden - dabei erfährst du auch gleich, ob dein Hörverhalten schädlich für dich ist.

Lärm macht krank

Aktuell leiden über 466 Millionen Menschen unter Hörverlust, davon mehr als 34 Millionen Kinder. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird diese Zahl bis 2050 weltweit auf über 900 Millionen betroffene Personen ansteigen. Krankheiten, Ohrinfektionen, Medikamente oder genetische Gründe können potentielle Auslöser sein. In der westliche Welt ist meistens aber die hohe Lärmbelastung der Grund. Dazu gehören aber nicht nur laute Konzerte, sondern auch ganz alltägliche Situationen wie der Straßenverkehr, lautes Musik hören, permanentes Telefonieren oder der Aufenthalt in großen Innenstädten. 

Initiative will Risikofaktor Lautstärke sichtbar machen

Mehr als die Hälfte der Fälle von Hörverlust sind vermeidbar oder wenigstens behandelbar, sofern er frühzeitig erkannt wird. Deswegen haben Tim von Klitzing (26) und Jana Bürkert (30) die Initiative Good Hearing gegründet. Am Sonntag, den 3. März, ist der internationalen Welttag des Hörens. An diesem Datum werden die beiden Berliner per Schallpegelmessgerät die Lautstärke auf den großen Plätzen der deutschen Hauptstadt messen. Da am Ende aber eine Übersicht über den Lärm in ganz Deutschland vorliegen soll, brauchen sie deine Unterstützung!

Daten per Crowd

Um selbst zu messen, wie laut es in deiner Umgebung durch alltägliche Geräusche ist, brauchst du aber kein teures Gerät - dein normales Smartphone reicht dazu aus. Tim weiß zwar, dass diese Lösung nicht ideal ist, auf der Webseite der Initiative hat er aber einige Apps sowohl für iOS und Android aufgelistet, die am besten geeignet sind. Dadurch sollen, so hoffen die beiden, möglichst viele Daten zusammenkommen, die anschließend visualisiert werden. Zum einen direkt vor Ort, indem mit abwaschbarer Kreide die gerade gemessene Dezibel-Zahl auf den Boden gesprüht wird:


Zum anderen wollen sie aber auch eine interaktive Karte von Deutschland erstellen, auf denen alle gemessene Werte eingetragen sind. Dann erfahren wir, ob wir in Noiseland leben oder es doch so ruhig ist, wie sich der/die streitsüchtige Nachbar*in von nebenan die Nachtruhe schon immer gewünscht hat.
  • Tim und Jana berichten über ihre Initiative Good Hearing und die Visualisierung der Lautstärke in ganz Deutschland
    Das Interview zum nachhören

Ist dein Gehör bereits geschädigt oder hörst du noch immer wie ein Luchs? Mit diesem Test kannst du es herausfinden!

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