Titelbild Kytes IV
Kytes

Die Kytes bei egoFM

Michi und Tim von Kytes zu Gast bei Max

Von  Sabrina Luttenberger
Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie hatten wir wieder Gäste im egoFM-Studio – so richtig in echt, vor Ort, ohne Videocall. Und wer könnte das anderes sein als die Kytes.


Plötzliche Tourabsage

Michi und Tim waren bei Max zum Interview, doch leider kam wenige Tage nach der Aufzeichnung die schlechte Nachricht: die Tour, über die sie unter anderem sprechen, muss erneut verschoben werden – zum dritten Mal.
"Einer hat schon schön geschrieben: Ey, wenn das so weitergeht, dann vererb ich mein Ticket noch an meine Enkelkinder. […] Hier mein Sohn, ein wichtiges Erbstück!" – Michi von den Kytes
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    Michi und Tim von Kytes zu Gast bei Max


Der Umgang mit Querdenker*innen

Im Interview, als die Tourabsage noch nicht bekannt war, meinten die Kytes, dass es schwierig sei, die Motivation während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Sie versuchen aber weiterhin normal mit der Situation umzugehen und versuchen auch Querdenker*innen im entfernteren Umfeld zu verstehen. Denn wenn man deren Gründe versucht zu verstehen, kann man Argumente dagegen bringen. Viele seien einfach von der BILD und Fake News gebrainwasht, normalerweise vertrauen die Leute bei allem auf die Ärzt*innen, aber bei einer Impfung dann plötzlich nicht mehr.
 

Tourverschiebung - zum dritten Mal

Im Februar 2020 haben die Kytes ihr Album Good Luck veröffentlicht, die Tour hätte ursprünglich im März stattfinden sollen, dann im Dezember 2020, dann doch erst im Dezember 2021 und jetzt muss sie erneut verschoben werden. Zu Beginn der Pandemie haben sie viele Streaming-Konzerte gespielt, allerdings sei das einfach nicht dasselbe wie echte Shows – man spüre auf der Bühne einfach nichts dabei.
 

Bauprojekt zur Pandemieüberbrückung

Nachdem sie im Sommer 2020 in ein kleines Loch gefallen sind, weil sie dort eigentlich einige Festivals gespielt hätten, haben die Kytes im Herbst ein anderes Projekt gestartet.

"Das haben wir dann im Herbst 2020 gemacht und das war so die Stimmung: Hey, wir haben wieder Bock abzuhängen, wir haben dieses Sommerloch gehabt, aber wir wollen auch keine Songs schreiben, wir haben gerade erst ein Album geschrieben. Können wir irgendwas anderes zusammen machen? Lass was bauen!" – Tim von den Kytes

So kam die Band auf die Idee, eine Holzhütte an ihr Studio anzubauen.
Dort lagern sie jetzt alles an Liveequipment, das sie nicht benötigen und haben dadurch viel mehr Platz.
 
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Rückblick auf Blind Freddy

Zu Beginn ihrer Karriere waren die Kytes noch als Blind Freddy unterwegs. Erst vor kurzem wurde nach langer Zeit mal wieder "Mr. Burns" von Blind Freddy in der Hoffmann & Kollmann Radioshow gespielt. Michi verrät im Interview, dass sie den Song noch sehr gerne mögen, sogar so gerne, dass er bald als Neuauflage herauskommen wird. Er erinnert die Band an die unbeschwerte Zeit nach dem Abitur, die sie dann irgendwann hinter sich gelassen haben. Jetzt seien sie weise Männer, die vom Leben gezeichnet sind, stellt Tim fest.
 

Arbeit mit Filou

Die vier Jungs haben sich auch mal wieder bei Filou in Wien herumgetrieben und neue Musik aufgenommen. Mit ihm arbeiten sie schon seit fünf Jahren zusammen, er sei wie Familie für die Band und hat mit der Villa Lala ein wunderbares Studio aufgebaut.

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Blackout auf der Bühne

In London hat sich der peinlichste Moment in Michis Leben zugetragen, erzählt er. Sie haben dort zum ersten Mal in der Stadt gespielt, ein kleines Acoustic-Set in der Kantine eines Fitnessstudios vor nicht allzu großem Publikum. Als sie auf der Bühne standen, hatte Michi das Gefühl, als hätte er noch nie in seinem Leben gesungen, es sei kein Ton mehr rausgekommen. Was der Grund dafür war, weiß Michi nicht genau. Sie glauben, es war ein Mix aus Betrunkenheit und Aufgeregtheit, weil er zwischen den Songs auf englisch reden musste – ooder natürlich wegen des englischen Biers. Er wollte am liebsten im Erdboden versinken und die Stimmung war danach auch am Boden. Bei allen folgenden Auftritten, auch in England, ist zum Glück wieder alles glatt gelaufen. 

Ein bisschen Lampenfieber sei auch wichtig, damit man richtig gut spielen kann, betonen die Kytes. Eine positive Anspannung gehört für sie dazu wie Zähneputzen, vor allem wenn man schon lange auf Bühnen steht. Wenn man aufgeregt ist, dann nur davor, dass technisch etwas schiefgeht, aber musikalisch können sie sich gegenseitig aufeinander verlassen.



Ein eigener Weihnachtssong

Letztes Jahr wären die Kytes eigentlich auch zur Weihnachstzeit auf Tour gewesen und so hatten sie in der unerwartet freien Zeit die Idee, einen Weihnachstsong zu schreiben.

Ein paar Schnippser, "Oooh Lalalas" und festliche Glocken. Klingt nicht nur nach einem Weihnachtssong aus den sechziger Jahren, sondern ist es auch…zumindest fast. Inspirieren lassen haben sich die Kytes nämlich von Musik aus dieser Zeit, entstanden ist der Song aber letztes Jahr um Weihnachten. Die Münchner Jungs wollten neue Songs schreiben und dachten sich dann: was John Lennon und Stevie Wonder können, versuchen wir auch mal.

Ihre Weihnachtssingle "hello (and it's christmas)" ist eine Hommage an "Rockin' Around The Christmas Tree" oder "Santa Baby" und eben alle Klassiker, die wir jedes Jahr wieder in unsere Christmas-Playlist packen, um sie dann vier Wochen lang für die volle Weihanchtsdröhnung in Dauerschleife zu hören. Während Wham! und Mariah Carey den meisten an Heilig Abend aber schon wieder zum Hals raus hängen, schaffen die Kytes es, den Retrosound aufzufrischen und ein bisschen Partystimmung, Witz und 2021 darüber zu streuen:
"Dads are telling Dad jokes, yes this Christmas rave is on." – Kytes, "hello (and it's christmas)"

Positive Vintage Vibes

Auch das Musikvideo ist ganz im Vintage-Style gehalten: Typische sechziger Jahre Frisuren, Schnurrbärte und große Pilotenbrillen. So stehen die vier Jungs im Tonstudio, spielen ihre Instrumente und versammeln sich ganz in Manier der Beach Boys um's Mikro und singen ihre "Oooohs" und "Aaaahs" ein.

Festtagsstimmung

Neben dem happy Weihnachtssound blicken die Kytes auch textlich positiv in die Zukunft: Es geht um Zeit mit Familie und Freund*innen, voller Vorfreude auf die Party unter dem Christbaum. Im Interview verraten die Jungs uns, dass sie erstmal einfach überlegt haben, wieso es Weihnachten überhaupt gibt und was sie daran mögen. Michi erzählt, dass er eigentlich eine kritische Einstellung der Institution Kirche gegenüber hat, was möglicherweise an seiner Vergangenheit als Pfarrjugendleiter liegt, in der ständig nur getrunken wurde und Gemeinschaftssachen unternommen wurden. Das schönste an Weihnachten sei aber für sie, dass alle Freund*innen nach Hause kommen, nur weil Jesus vor 2000 Jahren geboren wurde. 

 


Ausblick auf das nächste Jahr

Für 2022 erhoffen sich die Kytes, mal wieder ein paar Festivals spielen zu dürfen und die ein oder andere größere Band zu supporten - ganz vielleicht klappt es bei Angels & Airwaves oder den Foals. Außerdem werden sie natürlich weiterhin Songs schreiben, sodass es Ende 2022 oder Anfang 2023 ein neues Album geben könnte. Wir sind gespannt und freuen uns auf alles, was kommt…

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