Fehlende Diversität auf deutschen Festivalbühnen

Fehlende Diversität auf deutschen Festivalbühnen

Im Chelsea Hotel hat Sandra Gern mit Rike van Kleef gesprochen

Schaut man sich die ersten Line-up-Ankündigungen von Festivals an, scheint es, als würde Diversität auch 2024 nicht auf allen Festivals ankommen. Über das Genderungleichgewicht auf Festivals haben wir mit Rike van Kleef gesprochen.


Genderverteilung auf Festivals

Es ist kurz vor Weihnachten und die Festivals, die 2024 stattfinden werden, veröffentlichen gerade alle Teile ihres Line-ups, sodass wir jetzt schon wissen, auf welche Bands wir uns freuen können. Immer wieder werden die veröffentlichten Line-ups von manchen Festivals aufgrund mangelnder Diversität stark kritisiert.

Es gibt durchaus einige, vor allem kleinere Festivals, die sich um ein geschlechtergerechtes Line-up bemühen, aber bei vielen großen Festivals scheint sich tatsächlich sehr wenig zu verändern. Das kritisiert auch Rike van Kleef. Sie ist Veranstalterin und Bookerin, forscht zum Thema Genderverteilung auf Festivals und hat im Chelsea Hotel mit Sandra Gern über die Strukturen in Musikbranche gesprochen. Das komplette Interview kannst du dir hier anhören:
  • Rike van Kleef im Interview
    Das komplette Gespräch zum Anhören

Rike van Kleef hat bereits eine Erhebung durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass über 70 Prozent der Festivalbühnen mit Männern besetzt und Frauen und nicht-binäre Personen deutlich unterrepräsentiert sind.

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Vor kurzem hat sie auf Social Media auch einen Post zum Highfield Line-up  2024 gepostet:

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Aktuell schreibt Rike van Kleef zum Thema Genderverteilung auf Festivals ein Buch und ihr Gefühl ist, dass sich die Line-ups für das Jahr 2024 diesbezüglich nicht wahnsinnig stark verändern werden. Im Interview erklärt sie, warum das so problematisch ist:
"Ich denke schon, dass Festivals eine Verantwortung tragen und eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen, als Ort der Zusammenkunft, der Utopie, in der gesellschaftliche Normen verhandelt werden, der demokratiestärkend wirken kann, oder eben auch als Möglichkeit, um dem Alltag zu entfliehen. Aber daran sollen im besten Fall ja alle teilhaben können und alle sich sicher fühlen können und eben nicht nur Männer. Und da habe ich so meine Zweifel, wenn die restliche Produktion so unsensibel bearbeitet wird wie das Booking." - Rike van Kleef



Mit Fab Schütze hat Sandra darüber gesprochen, warum das neue Spotify-Bezahlsystem so unfair ist, das komplette Interview findest du hier. Und die aktuelle Ausgabe des Chelsea Hotels kannst du hier immer eine Woche nachhören.

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