Darüber spricht Judith Holofernes im egoFM Talkradio bei Dominik. Anlass ist ihr neues Buch "Hummelhirn" – eine sehr persönliche Reise.
Vom Popstar bei Wir sind Helden zur Autorin von Hummelhirn
Viele kennen Judith Holofernes als Frontfrau von Wir sind Helden. Songs wie "Nur ein Wort" oder "Denkmal" haben eine ganze Generation geprägt. Im Gespräch mit Dominik im egoFM Talkradio wird schnell klar: Diese Zeit ist wichtig für sie, aber sie definiert sie nicht mehr. Heute schreibt sie Bücher, produziert Podcasts und arbeitet unabhängig mit ihrer Community. Ein bewusster Schritt raus aus dem klassischen Musikgeschäft – auch aus gesundheitlichen Gründen.
Wie eine neurologische Stimmstörung alles verändert
Holofernes erzählt bei Dominik offen von einer neurologischen Stimmstörung, die sie seit mehreren Jahren begleitet.
Singen ist für sie heute nicht mehr möglich. Ihre Solokarriere musste sie deshalb abbrechen. Was nüchtern klingt, ist im Gespräch deutlich mehr: ein Verlust, ein Bruch – aber auch ein Neuanfang. Sie beschreibt, wie lange sie versucht hat, damit umzugehen, Lösungen zu finden, weiterzumachen. Irgendwann kam der Moment, an dem sie akzeptieren musste: Es wird anders weitergehen.
Worum es im Buch Hummelhirn von Judith Holofernes geht
Und genau hier beginnt ein neuer Weg. Schon früher hat Judith Holofernes geschrieben – Gedichte, Texte, später auch Bücher. Mit
Die Träume anderer Leute landete sie einen Bestseller. Jetzt folgt mit
Hummelhirn ein Buch, das noch persönlicher ist.
Im Gespräch beschreibt sie es als eine Art Rückblick auf ihre eigene Kindheit und auf das Gefühl, nie so ganz "richtig" zu sein.
Ein zentrales Motiv im Buch: Anpassung.
"Nett sein" – das war für sie lange eine Art Überlebensstrategie. Schon als Kind habe sie gelernt, Erwartungen zu erfüllen, Konflikte zu vermeiden, sich anzupassen.
Hummelhirn erzählt genau davon:
vom Versuch, gleichzeitig besonders und unauffällig zu sein. Dabei geht es nicht nur um persönliche Erinnerungen, sondern auch um größere Fragen: Wie viel Anpassung braucht ein Mensch? Und wann geht dabei etwas verloren?
Judith Holofernes über ihre ADHS Diagnose
Das Buch führt zurück in die 70er- und 80er-Jahre – zu einer ungewöhnlichen Kindheit zwischen Berlin und Freiburg.
Holofernes beschreibt sich selbst als verträumtes, "komisches" Kind. Heute würde man vielleicht sagen: neurodivergent. Erst viel später bekommt sie die Diagnose ADHS – ein Moment, der vieles in ihrem Leben neu einordnet. Im Interview wird deutlich: Dieses Gefühl, anders zu sein, zieht sich durch ihr ganzes Leben und prägt auch ihre Kunst.
Und heute?
Heute ist Judith Holofernes vor allem Autorin. Die Musik ist nicht verschwunden, aber sie hat ihre Form verändert. Und vielleicht auch ihre Bedeutung.
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